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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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er  in  denselben  nur  die  Werkzeuge  erblickt,  deren  Gott  sich  bedient, ­
  ihn  zu  prüfen  oder  zu  strafen;  hierdurch  wird  die  Gemüthsrulie
  des  vollkommenen  Soli  gesichert.
Zweitens,  der  Spruch:  DemMenscheu  gehört  n  u  r  d  a  s,
was  er  sich  durch  Fleiss  erwirbt 1 ),  nur  das,  was  der
Mensch  durch  eigenen  Fleiss  erstrebt,  ist  das  Verdienst  seiner
Handlungen,  der  Erfolg  derselben  ist  nicht  sein  Verdienst,  sondern
nur  eine  Gnade  Gottes;  der  wahre  Soli  wird  sich  also  nie  das  Verdienst ­
  des  Erfolges  zuschreiben,  das  nur  ein  Segen  Gottes.
Drittens:  Sterbet  eh  ihr  sterht a ).  Diese  Ueberlieferung
schärft  dem  Soli  Entsagung  und  Entbehrung  ein,  wodurch  er  sich
schon  vor  seinem  Tode  für  die  Welt  abtödtet;  endlich
Viertens,  die  Charakteristik  des  wahren  Soli  liegt  in  dem
Spruche:  derSofi  ist  der  Sohn  de  r  Z  ei  t,  welchem  gemeiniglich ­
  der  Nachsatz  beigefügt  ist:  aber  die  Zeit  ist  ein
schneidendes  Schwert 3 ).
Dieser  etwas  dunkele  Spruch  bedarf  mehr  als  die  drei  vorhergehenden ­
  einiger  Erläuterung;  er  wird  von  allen  Lehrern  des
Sofismusso  ausgelegt,  dass  der  Soli  nur  der  Mann  des  Augenblicks,
weder  der  Gegenwart,  noch  der  Zukunft  gedenkt,  sondern  nur  die
Gegenwart  ergreift,  quid  quid  adest,  componere  aequus.
Zu  Ende  des  sechsten  Bandes 4 )  ist  der  Erklärung  dieses  Spruches
ein  besonderer  Absatz  gewidmet,  dessen  Ueberschrift  inProsa  allein
den  wahren  Sinn  dieses  Spruches  zu  erläutern  genügt,  sie  lautet:
„DerSofi  ist  der  Sohn  der  Zeit,  er  hält  an  derselben  wie  der  Sohn
„an  dem  Saume  seines  Vaters  fest,  das  Heilungswasser  der  Zeit
„enthebt  ihn  alles  Geweines,  d.i.  aller  Sorgen  auf  Morgen,  er  taucht
„unter  in  dem  schnell  vergänglichen  Rosenhaine  und  wartet  nicht
„auf  das  Zukünftige  wie  der  Gemeine,  er  ist  ein  Tagskind  (Nehri)
„und  kein  Weltkind  (Dehri),  als  solches  ist  er  geborgen,  denn
„bei  Gott  ist  weder  Abend  noch  Morgen,  er  kennt  das  Vergangene

4 )  S.  336  und  337.
            
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