des Geheimnisses, ist über das Wesen und den Geist des
Sofismus nirgends etwas von Belang gesagt worden.
Die Lehre des Sofismus ist besonders von Tholuck als eine
pantheistische verleumdet worden, ’) dawider hat sich bereits die
Vorrede des Rosenflores des Geheimnisses erklärt und
durch die sechs vorliegenden Bände des Mesnewi wird das, was dort
über den Geist des reinen moslimisclien Sofismus gesagt worden,
nur vollkommen bestätigt; es ist nicht zu läugnen, dass viele Worte
der Sofi’s, besonders der Dichter, pantheistisch gedeutet werden
können, allein diese Lehre wird vom moslimisclien Soli, dessen
ganzes Lehrgebäude sich nur auf den Koran und auf die Ueberlieferung
stützt, als eine verderbliche und irrige verworfen; der Soli
Mos lim verhält sich zum Soli Molhad, oder Melawi, d. i. dem
Gottlosen oder Tadelnswertheu, wie der reine christliche Gnostiker
des Clemens von Alexandrien zu dem unreinen Sectirer
dieses Namens. Das ganze System des moslimisclien Sofismus, in
dessen Geiste das Mesnewi gedichtet ist, gründet sich auf einen
Koransvers und auf einen Spruch der heiligen oder himmlischen
Ueberlieferung; der erste ist der 50. V. der LH. Sure: Zum Menschen
spricht Gott nicht anders als durch Offenbarung,
oder hinter einem Schleier.
Die Offenbarung ist das Wort Gottes, der Koran, der Schleier
istder der Allegorie, in dem sich die moslimische Mystik hüllt; die
zweite Grundfeste, worauf die moslimische Mystik gebaut, ist der
Spruch der himmlischen oder heiligen Ueberlieferung: Ich war
ein verbogner Schatz und gab es zu, dass ich erkennet
würde.
Als mir vor mehr als fünf und zwanzig Jahren in der Lesung
mystischer Werke, namentlich eines in der Bibliothek des Johan-*)
Als Sylvestre de Sacy’s Auszüge erschienen, h* e 't > c h “ich in einem Briefe
an ihn darüber auf, dass er in vielen Dingen den Geist des Sofismus nicht
richtig erfasset habe, er antwortete mir hierauf: „Je ne vous conteste pas,
mon eher ami, une grande erudition dans le mysticisme oriental, et je vous
crois meme une legere disposition au tafsawwouf mais je soutiens que les
nefhat ol-iris emanes de H ad h rat-ol-ku ds sont assez souvent si
enigmatiques pour ne pas dire si extravagans et si absurdes, qu’ il faut beaucoup
plus qu une lecture rapide pour en deviner le sens ou, si vous voulez,
pour briser la coque et trouver la pistache Paris 20. Juillet 1831.”