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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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talibus  prefaiis  impendant  diligentiam  ct  sedulitatem,  vt  saltem  in
premissis  prouidentia  et  singularis  prudentia  Serenitatum  suaruna
elucescat.
Insuper  adijcient  hic  Oratores  nostri,  quod  vbi  succe  sserit
conatus  huiusmodi,  quem  Deus  adiuuabit  sua  gratia,  cum  principaliter
  honor  suus  qui  sibi  debetur,  constituatur,  quem  exigit  et
vult  tarn  ä  Capitibus  quam  membris  populi  sui,  quantumuis  non
indigeat  eo,  quod  optime  sperandum  sit  tandem  quoquc  posse
sopiri  et  componi  controuersias  illas  in  Regno  Bohemie  inter
preclaras  familias  Rosensem  et  Leon  in  am  exortas  *).  De
quibus  vtrisque  Serenitatibus  referent  nos  non  potuisse  non

2 )  Diese  beiden  Familien  sind  Rosenberg  mit  der  Rose  und  Löw  von
Rozmital  mit  dem  Löwen  im  Wappen,  Um  diese  Zeit  hatte  der  kinderlose ­
  Peter  von  Rosenberg  vor  seinem  Tode  Herrn  Löw  (Leo)  von  Rozmital ­
  zum  Schützer  aller  seiner  Güter  eingesetzt.  Dieser  wurde  aber,  als
er  die  Verwaltung  jener  Güter  anzutreten  versuchte,  von  Heinrich  von
Rosenberg,  einem  der  Neffen  des  verstorbenen  (vgl.  Hübner  II.  Taf,  638),
daran  gehindert,  weil  er  ein  näheres  Anrecht  hiezu  zu  haben  vermeinte.
Herr  Löw  forderte  Heinrichen  vor’s  Gericht  des  Reichs  und  schickte  zwei
Kammerboten  mit  einem  Schreiben  nach  Krumau.  Heinrich  liess  ,  nachdem
er  dasselbe  gelesen,  sie  in  den  Kerker  werfen,  in  dem  sie  drei  Tage  verblieben, ­
  und  zwang  sie  jenes  Schreiben,  das  er  mit  Wein  reichlich  begossen, ­
  zu  verzehren,  worauf  sie  in  einer  Ochsenhaut  gewälzt  und  geschwungen, ­
  dann  endlich  mit  Hunden  aus  dem  Schlosse  gehetzt  wurden.  Sie  erzählten ­
  nun  die  ihnen  zugefügte  unmenschliche  Misshandlung,  und  wurden
von  einigen  bemitleidet,  von  anderen  ausgelacht.  Da  Herr  Löw  den  boshaften ­
  Heinrich  so  oft  vor  Gericht  lud  und  dieser  nicht  erscheinen  wollte,
rief  er  die  Hilfe  des  obersten  Burggrafen  an,  ihn  mit  der  bewaffneten
Macht  des  ganzen  Königreichs  zu  vertreiben  und  sich  seiner  Besitzungen
zu  bemächtigen,  was  aber  der  König  (Ludwig  II.)  verbot.  Cf.  Bohemia  pia,
autore  Georgio  Bartholdo  Po  nt  an  o  ä  Breitenberg.  Francof.  pag.  117  in
Marquardi  F  r  e  h  e  r  i  rerum  Bohemie.  Scriptor.  —  Peter’s  IV  im  Jahre
1525  lebende,  und  längst  grossjährige  vier  Neffen  waren:  a)  Johann,  Malteser ­
  \  1539  ;  b)  Jodok  III.,  Statthalter,  f  1539,  dessen  zweite  Gemalilinn
war:  Anna  Freiinn  von  Rogendorf,  Wolfgangs  Tochter,  somit  (S.  539),
Georg’s  Nichte  (f  1562),  die  Mutter  Wilhelm’s  (  f  1592)  und  Peter
Wock’s  (f  1612),  der  letzten  dieses  Hauses,  dann  Eva’s,  der  Gemalilinn  des
berühmten  Helden  Niklas  Grafen  von  Zrinyi.  c)  Peter  V.  Statthalter  in
Böhmen,  f  1545  ;  d)  Heinrich,  angeblich  auch  Statthalter  in  Böhmen
i  1526,  und  wahrscheinlich  wurden  mit  dessen  Tode  diese  Zwistigkeiten,
die  das  ganze  Land  zu  beunruhigen  drohten,  leicht  beigelegt.
            
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