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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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nisch  und  Iinguas  Orientales,  so  bei  einem  Edelmann  was
rares,  aus  dem  Fundament  verstanden  und  gesprochen,  auch  deswegen ­
  bei  den  Gelehrten  der  Universität  zu  Wien  noch  wohl
bekannt  sei,  weil  ihn  seine  Mutter  nach  des  Vaters  Tode  in
ihrem  Glauben  lutherisch  erzogen,  denn  sie  dieser  Religion  war.
Darum  habe  er  sich  an  verschiedenen  Orten  ausser  Landes  aufgehalten, ­
  unterdessen  seien  ihm  aber  wegen  des  Glaubens  seine
Guter  und  das  Erblandhofmeisteramt  (mit  dem  ihn
König  Matthias  nach  Nr.  118  im  Jahre  1610  belehnt  hatte)
weggenommen  worden.  Im  Jahre  1618  *)  ist  er  wieder  in’s
Land  gekommen  mit  dem  Vorsätze,  dem  Seinem  selbst  vorzustehen ­
  und  das  Verfallene  wieder  empor  und  zurecht  zu  bringen. ­
  Da  er  aber  nicht  den  wahren  katholischen  Glauben  annehmen
wollte,  hat  er  auch  nichts  mehr  von  Allem  erhalten.  Georg  Ehrenreich
  hatte  ein  Haus  in  Wien  (S  557)  und  war  im  Anschlag  zu
27,964  fl,  10  kr.  und  im  Bestand  des  Ungelts  in  Wien  zu
14,700  fl.,  zusammen  42,664  fl.  10  kr.  2 ).  Weil  er  in  jener
trübseligen  Zeit  vieles  mit  Geduld  ertragen,  gab  man  ihm  den
Namen  des  Geduldigen,  wie  er  auch  in  der  fruchtbringenden
Gesellschaft  genannt  wurde.  Ungeachtet  er  von  verschiedenen
lutherischen  Kurfürsten  und  Fürsten  wegen  seines  grossen
Verstandes  und  seiner  Gelehrsamkeit  zu  Diensten  erfordert
worden,  so  wollte  er  lieber  in  seinem  Vaterlande  ein  Privatleben ­
  führen,  wie  er  denn  in  Wien  viele  (?)  Jahre  gelebt,

*)  Wohl  richtiger  im  Jahre  1628,  in  welchem  er  laut  der  Urkunde  Nr.  123
vom  Kaiser  Ferdinand  dem  II.  der  Acht  entledigt  wurde.  Er  wurde
mit  Heinrich  Matthes  von  Thurn,  Andre  Tonrädel,  Melchior  Wurmbrand,  und
vielen  Andern  in  allen  Rechten  am  12.  September  1620  als  Rebell  declarirt
  und  in  poenam  rebellionis  et  crimen  laesae  Majestatis  verurtheilt.  Vergleiche ­
  Khevenhiller’s  Annal.  Ferdin.  Theil  IX,  Seite  1069.  Dieser
Georg  Ehrenreich  wurde  laut  gedruckter  Rebellen-Erklärung  ddo.  Wien
am  5.  Jänner  1621  wegen  der  dem  Kaiser  Ferdinand  II.  nicht  geleisteten,
schuldigen  landesfürstlichen  Erbhuldigung  und  wegen  gepflogenen  Einverständnisses ­
  mit  den  Feinden  des  Hauses  Oesterreich  zum  offenbaren  Rebellen ­
  in  Wien  erklärt  und  alle  seine  Güter  zur  kaiserlichen  Kammer  eingezogen. ­
  Graf  Heinrich  Matthias  Thurn  hatte  am  20.  Februar  1613
die  Veste  L  o  s  d  o  r  f  sammt  Zugehör  (im  Lande  unter  der  Enns)  zu  Lehen,
dessen  Gut  im  Jahre  1620  mit  confiscirt  wurde.
2 )  Nach  dem  Anschläge  der  proclamirten  Rebellcn-Güler.
            
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