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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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liehe«  und  des  Rathes  der  Stadt  Taxe  wie  dergleichen  Herbergen
sind.  Man  g'ab  für  die  Woche  15  bis  17  Gulden  und  wohl  mehr.  Dazu
sagten  die  Diener:  der  Herr  werde  sieh  schämen,  ihn  nach  der
Taxirung  zu  zahlen,  dieweil  sein  Haus  des  Kaisers  Herberge  gegenübergelegen ­
  sei.  An  solchen  guten  hüllen  und  lären  Worten  hatte
der  ehrliche  Wirth  kein  Genüge  und  klagte  dieser  .Schulden  halber
seinen  Herren,  dem  ehrsamen  Rathe,  der  befahl,  dass  die  Diener  vor
geleisteter  Bezahlung  nicht  wegkommen  sollten.  Während  Strasser
mit  Frenckelin  (S.576)  des  Herrn  Kämmerling  (Kammerdiener}
und  dem  Secretäre  Sigmund  Altenkofer  vor  dem  Stadtrathe  gewesen, ­
  brachten  jene  alles  aus  dessen  Hause,  Rosse,  Gutschewagen
und  was  sie  darin  hatten;  die  Hausfrau  konnte  es  nicht  wehren,  da
sie  in  der  Kindbette  lag  und  gar  krank  war,  die  sie  ihm  mit  ihrer
grossen  Unruhe  unschwer  um  das  Leben  gebracht  hätten.  Nach
seiner  Rückkunft  waren  alle  schon  fort,  und  die  besten  Gemächer
im  Hause  versperrt  und  er  unbezahlt  und  deshalb  zu  grossem
Schaden  und  Verderben  gekommen.  Auf  die  Kunde,  dass  zu  Wien
ein  öffentlicher  Anschlag  des  Rogendorf  halber  sein  soll  und  die
Gläubiger  von  dessen  hinterlassenen  Gütern  bezahlt  werden  sollen,
bat  er  seine  höchste  Obrigkeit  nämlich  den  Stadtrath,  sie  wolle  ihm
mit  Fürschriften  und  anderer  Hilf  an  der  Kön.  Maj.  Regierung  und
die  Verwalter  der  v.  Rogendorfischen  Güter  erspriesslich  und  fürbittlich
  sein,  damit  er  doch  solche  Zehrung,  so  hiebei  auf  einen
Zettel 2 }  ungefähr  auf  das  geringste  verzeichnet  ist,  bezahlt  erhalten ­
  möge,  und  unterzeichnet  sich  Michel  Strasser  Burger,  am
7.  Juni  anno  1547.

4 )  Häl,  adj.  glatt  schlüpfrig;  trop.  glatt,  schmeichlerisch,  z.  B.  häle  Worte,
vom  althd.  hali,  lubricus,  vgl.  Graff  IV.  854.  In  einer  Urkunde  von  1543
in  Sinn  acher’s  Geschichte  des  Bisthums  Sähen  und  Brixen.  Bd.  VII.  394
„ob  sy  sich  gleich  noch  so  vast  mit  he  len  vnnützen  vnd  aufgepläten
Worten  meinen.”  Im  Bregenzerwalde  sagt  man  Hälgiger,  d.  i.  einer,  der
einem  häl  vorgeigt  und  vorspielt,  um  ihn  zu  berücken  und  zu  betrügen.
a )  Der  beiliegende  Zettel  lautet:  „Vermerkt  was  mir  der  Wolgeborn  H.  Graff
Christo  ff  von  Rogendorff  aus  meinem  hauss,  darinn  seine  Diener,
den  nechst  verschienen  Reichstag  des  46.  Jar  zu  Herberg  gelegen,  selbst
mit  mir  abgerechnet  haben,  schuldig  ist.  Nemblich  zwo  und  zwainzig
Wochen  für  ein  yetliclie  Wochen  funfzelien  Gulden,  tut  dreihundert  vnnd
dreissig  Reinisch  in  müncze.”
            
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