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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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königliche  Majestät  und  die  Regierung  zu  Wien  ihm  zu  seinem
Gelde  verhilflich  zu  sein.
Strasser  erzählt  in  seinem  Gesuche,  das  in  seinem  Detail
nicht  ohne  Interesse  ist:  Durch  den  kaiserlichen  Fourier  wurde
zu  dem  letzt  abgehaltenen  Reichstage  Graf  von  Rogendorf,  wie
andere  spanische  Herren  und  der  kaiserlichen  Majestät  Hofgesinde, ­
  bei  ihm  eingeführt  d.  i.  einquartirt.  Dieses  Grafen  Diener, ­
  26  Personen  mit  24  Rossen,  Kutschen-  und  Reitrossen, ­
  die  in  der  andern  Woche  nach  der  kaiserlichen  Majestät
daselbst  ankamen,  hatten  drei  Stuben  inne  sammt  Tischen
Teppich,  Giesskästen  und  was  darein  gehört,  auch  Tisch-  und
Handtücher,  Silbergeschirr,  Kannen,  grosse  und  kleine  Flaschen,
und  was  sie  bedurften.  Dieses  alles  hat  ihnen  der  Wirth  gegeben ­
  und  gekauft.  Ferner  hatten  sie  zwölf  wohl  gerüstete  Betten; ­
  die  sie  nach  Lust  und  Wohlgefallen  nutzten  und  brauchten:
bedurften  und  begehrten  sie  mehr,  so  wurde  es  ihnen  gegeben.
Ferner  eine  Küche,  mit  Kessel,  Pfanne,  Durchschlag,  Bratrein,
Spiess,  Messer,  Zinngeschirr,  Schüssel,  Teller,  Alles  soviel  sie
auf  drei  oder  vier  Tische  bedurften,  in  Summa  allen  Hausrath,
als  wenn  ihr  Herr  selber  da  gewesen  wäre.  Auch  hatten  sie
inne  Kästen,  Gewölbe,  Zergaden  *),  Kammern,  Keller,  in  Summa
das  ganze  Haus,  ausgenommen  zwei  Kammern,  einen  Kasten
und  einen  Keller,  alles  andere  musste  der  Hausvvirth  selbst  entbehren; ­
  sie  schalteten  und  walteten  wie  meisterloses  Gesinde
zu  seinem  Verderben,  so  dass  der  Hausrath  und  das  Bettgewand ­
  nicht  mehr  halb  so  gut  sind,  als  wie  es  ihnen  übergeben ­
  wurde.  Es  war  nämlich  zum  melieren  Theil  neu  zugerichtet
und  machte  dem  armen  Bürger  viele  Unkosten.  Zudem  wäre
sein  Haus,  so  führt  Strasser  fort,  so  gelegen,  dass  er  von  dem
Seinigen  einigen,  jedoch  gerechten  und  billigen  Vortheil  zu  gemessen ­
  rechnete.  Nun  aber  haben  die  von  Rogendorfischen  Diener ­
  das  Seinige  zerbrochen,  zerschlagen,  zerschnitten  und

*)  Zergaden,  Speisekammer,  vergleiche  Schm  eil  er  II,  lfi.  So  las  man  in
der  kaiserl.  Burg  zu  Wien  bis  vor  etlichen  Jahren,  und  setzte  nun  dafür
das  undeutsche  V  ictuali  en  -  Magazi  n.  Im  Hofstaate  Kaiser  Ferdinand’s  II*
finden  wir  unter  der  Dienerschaft  Promi  vulgo  Zergadner.  Status
articul.  Reginimis  Ferd.  II.  Viennae  1637,  p.  115.
            
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