Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

583

der  Losung  verschrieben  und  die  Pfleger  zum  Theil  den  Gläubigern ­
  auf  dieselben  Tage  Haus  und  Güter  einzuantworten
gelobt  hatten,  bezahlt  und  hiedurch  die  Güter  von  andern  Gläubigern ­
  erledigt  habe,  auch  zum  Theile  Häuser  und  Güter,  die
durch  die  Obrigkeit  schon  im  Ansätze  gewesen  sind;  ferner  dass
sie  etliche  andere  Ansätze  um  etliche  tausend  Gulden,  so  zum
Theil  in  der  Zeit  der  Getreide-  und  Weinfächsung  auf  seine  Güter
haben  gehen  sollen,  und  von  der  Obrigkeit  schon  ausgebracht  waren ­
  ,  wie  es  treuen  Freunden  ziemt,  mit  ihrem  Gelde  abgestellt
haben;  dass  er  kurz  vor  seinem  Verrücken  (Entweichen)  all  sein
Hab,  Wein  und  Traid,  so  er  einem  Kaufmann  auf  Zigkhtag,  wenn
er  ihm  4000  fl.  geliehen  Geld  auf  den  zwischen  ihnen  benannten
Dag  nicht  zahlte,  in  einem  so  ringen  Kauf  verschreiben  musste.
Rogendorf  sei  in  solcher  Verzigckhung  mehr  als  um  2000  Gulden
Schaden  gekommen.  So  hat  er  auch  von  solchem  ihrem  (der  Gläubiger) ­
  Gelde  etliche  tausend  Gulden  auf  seiner  Hausfrau  Schulden ­
  in  die  Niederlande  gegeben  und  viel  andere  Schulden  abgethan.
Hätte  er  vor  seiner  Entweichung  nicht  so  viele  Freundschaft  bei
ihnen  gefunden,  so  hätte  er  grossem  Schaden  mit  Zerreissung
seiner  Güter,  Schimpf  und  Spott  leiden  müssen.  Etlichen  gewesenen ­
  Rogendorfischen  Dienern  sei  wohl  bekannt,  dass  sie  —  die
Gläubiger  und  Bürgen  —  mit  ihren  Summen  ihm  zu  seinem  ehrlichen ­
  Dienst  in  diesen  Kriegsläuften  behilflich  gewesen,  um  dem
Rogendorfischen  Namen  volles  Zutrauen  und  der  römisch  kaiserlichen ­
  wie  auch  der  königlichen  Majestät  Gnade  zu  erhalten,  und
um  sich  selbst,  seinen  Namen  und  Stamm  zu  erhöhen.  Sie  legten
weiter  dar:  dass  sie  an  Rogendorfs  Missethat  gänzlich  unschuldig
seien,  und  nur  in  der  besten,  ihm  Ehre  und  Wohlfahrt  bringenden
Absicht  ihm  die  Summen  dargeliehen  und  aufgebracht  haben.  Sie
bitten  daher  So.  Majestät  ihren  König  und  Landesfürsten  mit  ihnen
nicht  in’s  Recht  einzugehen;  denn  wenn  Se.  Majestät  —  was  sie
nicht  verholten—je  ausser  Rechtens  ihnen  von  Rogendö'rf’s  verlassener ­
  Hab  und  Gut  ihre  Schulden,  Bürgschaften  und  Schäden  gnädigst ­
  nicht  wolle  vergnügen  (befriedigen)  lassen,  so  würden  sie
durch  Verlängerung  der  Zeit  während  des  Richtens,  wie  auch  ihre
Weiber  und  Kinder  als  Sr.  Majestät  getreue,  fromme  und  unschuldige ­
  Unterthanen  in  gänzliches  Verderben  kommen.  Sie  bitten,  ihre
Schrillen,  Brief  und  Insigel  als  voll  zu  halten,  und  sie  von  Rogen-38
  *
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.