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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Iu  einem  datumlosen,  wohl  na-ch  Erlass  des  so  eben  genannten ­
  königlichen  Bescheides,  von  des  unglücklichen  Grafen
Freunden  und  Verwandten  an  Seine  Majestät  gerichteten  Bittschreiben, ­
  von  dem  leider  weder  Anfang  noch  Ende  vorfindig  sind,
heisst  es:  So  lautet  sein  Schreiben  an  seine  Hausfrau
nicht,  wie  Euere  Majestät  erinnert  worden,  nämlich  als  sollte  er
ihr  geschrieben  und  erlaubt  haben,  dass  sie  sich  in  andere  Wege
ihrer  Noth  dürft  nach  versehen  möge.  Gleichwohl  hat  er  von  ihr
Urlaub  genommen,  wie  es  denn  öfter  zwischen  Konleuten,  so  nicht
mehr  bei  einander  zu  wohnen  vermeinen,  sich  zuträgt.  Es  werde
aber  darum  vor  Gott  und  aller  Ehrbarkeit  und  nach  Rechten  diess
sein  Schreiben  nicht  gut  sein,  dass  sich  eines  von  ihnen  hei  des
andern  Leben  weiter  vermählen  solle  und  möge.  Auch  geschieht
hievon  in  des  Grafen  Schreiben  keine  Meldung,  sondern  sie  werden ­
  also  „u  n  g  e  s  c  h  a  i  d  e  n”  bleiben  müssen.
Gnädigster  König!  So  können  wir  auch  in  dem  Schreiben  an
uns  und  andere  seiner  Freunde  nicht  Anderes  finden,  als  dass  er
Gott  dem  Allmächtigen  alle  Sache  mit  Geduld  befiehlt,  der  alle
Dinge  thut  und  zu  gutem  Ende  führt,  den  wolle  er  alle  Tage  lohen
und  bitten,  dass  er  ihm  seine  Gnade  und  Geduld  gebe.
So  schreibt  er  auch  Herrn  von  Granvella,  als  dem,  so
ihm  allwegen  grosse  Gunst  getragen,  nicht  Anderes  und  vermeldet ­
  sich  darin  mit  keinem  rächigen  (sic_)  Worte  seiner  Person
halber,  sondern  dass  er  nichts  Höheres  bereut,  als  seines
frommen  Prinzen  Dienst  zu  verlassen,  dem  er  mit  guten  Treuen
und  ganzem  Herzen  allwegen  gedient.
So  können  wir  auch  hei  unserm  christlichen  Glauben  Euerer
königlichen  Majestät  mit  Grund  der  Wahrheit  wohl  anzeigen  und
sogar  nöthigen  Falles  beweisen,  dass  wir  und  andere  seiner
Freunde,  denen  er  geschrieben,  nie  ein  so  leichtfertiges  Gemüth
oder  gottloses  Vornehmen  weder  an  ihm  gespürt,  noch  von  ihm
vernommen  haben,  dass  er  der  kaiserlichen  Sentenz  und  Action
halber  einen  Racheplan  vorgenommen,  wohl  aber  hat  er  sich  gegen
uns  vielmals  merken  lassen,  man  werde  einst  von  ihm  hören,  dass
er  sich  von  der  Welt  thun  und  ein  klösterliches  oder  einsiedlerisches ­
  Lehen  annehmen  und  Gott  sein  Leben  lang  dienen  wolle.
In  Erwägung  alles  dessen  meinen  wir  nicht,  wie  die  römischkaiserliche ­
  und  Euere  königliche  Majestät,  unter  denen  Graf
            
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