Witwe des Herzogs Friedrich von Sachsen, eines Sohnes
Georgs des Reichen, den sie am 27. Jänner 1539 geehelicht
und nach vier Wochen am 26. Februar verloren hatte i). Da Gral'
Christoph mit dem Hause Mansfeld in so enger Verbindung
stand, so lässt sich seine Schuld von 10,000 Gulden an die
Grafen von Mansfeld erklären. Die beiden Kinder dieser unglücklichen
Ehe, deren eines den Mansfeldisehen Taufnamen Johann
lIoyer a ) hatte, starben wohl in zartem Alter, indem in den
Acten von seiner Haus fr au (S. 569 und575), nie aber von Kindern
die Rede ist. Dass aber seine Hausfrau, von der nach seiner
Entweichung in den Jahren 1546 und 1547 (S 569), leider ohne
Angabe ihres Namens, gesprochen wird, dieselbe Elisabeth ist,
möchte ich sehr bezweifeln, da deren Vater noch lebte (S.569).
Er scheint somit zweimal vermählt gewesen zu sein. Er war, wie
wir hören werden, mit seiner Hausfrau zerfallen, lebte von ihr
getrennt auf grossem Fusse und machte viele Schulden.
So hatte schon im Jahre 1541 Wolfgang Kremer 3 ) Forderungen
an ihn, dem er durch Belehnung Caution und im Jahre 1546
einen Lehenbrief und einen Schuldbrief von 16,158 Reichsthalern
ausstellte (Nr. 281, 278 und 279).
Es ist mir gelungen, aus Acten im k. k. Minislerium der Finanzen
einige Aufhellungen über Christoph’s letztes Thun und
1 ) Vergleiche Hübncr’s genealog. Tab. I, 167 und II, 341; Voigtei. Tab*
116.
2 ) G eb har t’s genealogische Geschichte der erblichen Reichsstände in Teutscliland,
Halle 1785, III, 320. — Die Angabe des Inhaltsvoll Nr. 280 der Brunner
Urkunden (S. 521. Anm. 2) : „Christoph’s Vermächtnissbrief und Heiratsact mit
Anna von Hohenberg 1544,” ist durchaus irrig. Hievon ist nach Herrn
Professor Hcinricli’s Mittheilung in der betreffenden Urkunde gar nicht
die Rede, sondern von Anna, der Witwe Wilhelms des Jüngern, Freiherrn
zu Rogendorf, beide Söhne Hanns Wilhelm und Georg Ehrenreich werden
des Grafen Christoph’s Vettern und Pflegesöhne genannt. In einer zu Wien
am 1. Juli 1544 ausgestellten Urkunde nennt derselbe Graf diese Anna seine
„freundliche, liebe Frau Muern” W i tt f rau seines Vetters und Mutter der von
ihm angenommenen genannten Söhne. Daraus möchte ich scliliessen, dass
Christoph’s eigene Kinder 1544 schon gestorben waren.
8 ) Wolfgang Kremer oder Kremmer von Königshoven war der kaiß.
Majestät Rath und der Königinn Maria von Ungern Einnehmer in Ungern und
Oesterreich (f 1546). Vgl. Wissgrill V, 2S5, meine Medaillen I, 124, wo
dessen Jetton besprochen ist.