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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Besonders  sind  in  diesem  Entwürfe  die  Verdienste  erwähnt,  die
sich  Wilhelm  unter  Kaiser  Maximilian  und  unter  dessen  Sohne
König’  Philipp  von  Castilien,  Leon  und  Granada,  unter  ihm  und
seinem  Bruder  Ferdinand  in  Heerzügen,  Kriegsnöthen  und  vielen
anderen  Geschäften  erworben  hat.  Der  Kaiser  schöpfte  dem
Schlosse  Pöckstall  den  Namen  Rogendorf,  der  aber  im
Laufe  der  Zeit  wieder  erloschen  ist,  befreite  es  von  aller  Lehen  -
schaff,  und  machte  es  mit  dem  Gesehlosse  Mollenburg  zu  einer
rechten  Freilierrschaft,  verlieh  für  Wilhelm  als  den  Ältesten
und  dann  jeweilig  Ältesten  dieses  Namens  in  allen  ihren  Landgerichten ­
  den  Bann  über  das  Blut  zu  richten,  wie  auch  die
Schätze  und  Bergwerke  aller  Metalle  auf  ihren  Herrschaften
sammt  der  Münz  fr  ei  h  e  i  t.  Es  heisst  wörtlich  in  diesem  Entwürfe, ­
  dann  haben  wir  ihnen  die  Freiheit  gegeben:  daz  Sy  in
Irer  Freiherrschafft  Rogendorf  vnd  Mollenburg  ein  Münczstatt
aufrichten  vnnd  vnter  Iren  pildnüssen  vnd  wappen  von  gold
vnd  silher,  doch  alczeit  am  gehallt,  kliorrn  vnd  grad,  vnser
Oesterreichischen  Müncz  geleich  vnd  gemäss,  müncz  en  lassen
ntügen,  welche  Müncz  dann,  im  Heilligen  Reich  vnd  vnnsern
Erblanden,  wie  vnsere  auch  vnserer  Curfürsten  Fürsten  vnd
ander  Grauen  vnd  Herrn  des  Reichs  Münczcn  geng  werd  vnd
genemb  sein  solle.“  In  dem  ausgefertigten  Diplome  ddo.  Worms
am  3.  Mai  1521,  ist  diese  Stelle  vom  Münzrechte  weggeblieben. ­
  Die  Freiherren  und  Grafen  von  Roffendorf  haben  auch
das  Münzrecht  nie  ausgeübt;  denn  die  in  meinem  Medaiilenvverke
  veröffentlichten  »Stücke  dieser  Familie  sind  nur  Medaillen. ­

Als  der  Kaiser  nach  Spanien  schiffte,  zog  Wilhelm  Freiherr ­
  von  Rogendorf  als  oberster  Feldhauptmann  über
alles  deutsche  Fussvolk  mit,  focht  gegen  die  Mauren,  die
Spanien  verheerten,  schlug  sie  aufs  Haupt,  nahm  den  Berg
Spadon,  auf  dem  der  Feind  sich  befestigt  hatte,  ein  und  baute
1522  eine  nach  ihm  genannte  Brücke  Darauf  machte  er  einen
Einfall  in  ßearn,  brachte  die  von  den  Franzosen  eroberte
Festung  Fuenterabia  durch  schwere  Belagerung  zur  Uebergabe
und  ward  Statthalter  von  Catalonien,  Roussillon  und
Cerdagne..  Der  Kaiser  erhob  ihn  zum  Ritter  von  Calatrava
  und  zu  seinem  Trabanten-Hauptmann.
            
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