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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Schlosses  Tiernstein  (Nr.  29).  Mit  Genehmigung  des  römischen
Königs  Maximilian  ddo.  Innsbruck  am  12.  Februar  1502  trat  R.  die
Herrschaft  sammt  Schloss  und  Stadt  Tiernstein  an  Kaspar
YVintzerer  *),  des  K.  Rath  und  Pfleger  zu  Tiernstein,  der  sie  am
7.  October  1501  pflegeweise  erhalten  hatte,  ah  und  sein  darauf
gehabter  Pfandschilling  wurde  ihm  auf  die  Herrschaft  Steyer  versichert ­
 2 ).  —  Nach  Nr.  16  der  in  Brünn  verwahrten  Urkunden
gab  ihm  der  Passauer  Bischof  im  J.  1490  Schönfeld  und  Eilharcz
  zu  Leben.  Kaiser  Friedrich  gibt  ddo.  18,  März  1491
Kasparn  von  Rogendorf  einen  Lehenbrief  über  einen  von  Christoph
Grabner  aufgesandten  und  dem  v.  R.  verkauften  Hof  und  vier  Hofstätten ­
  zu  Pi  rp  a  u  m  “).
Am  4.  December  1491  nimmt  von  R.  laut  Reverses  das
»Schloss  Steyer  mit  der  Vogtei,  Nützen,  Renten,  Zinsen,  Diensten, ­
  Uugelt,  Fällen  etc.  vom  Kaiser  pflegeweise  und  verspricht,
so  lange  er  diese  Herrschaft  inne  habe,  jährlich  dem  Kaiser  und
seinen  Erben  5000  fl.  rheinisch  davon  zu  reichen,  bis  auf  landesfürstlichen ­
  Widerruf  (H.  u.  St.  A.).  Am  14.  desselben  Monats
und  Jahres  ernannte  ihn  sein  gnädiger  Gebieter  um  seine  beharrliche ­
  Anhänglichkeit  zu  belohnen,  zum  Burggrafen  des  Schlosses ­
  und  der  Herrschaft  Steyer  ob  der  Enns,  und  verlängerte
ihm  1493  den  Pacht  der  Burggrafschaft;  doch  nach  des  Kaisers
Tode  (f  19.  August  1493)  verordnete  König  Maximilian  noch
in  demselben  Jahre  das  Schloss  Steyer  an  Martin  11.  von  Polheim
  (S.520)  zu  übergeben,  welchem  (y  1498)  in  seinem  Amte  als
BurggrafKaspar  von  Volkenltorf  folgte.  Im  J.  1506  bekam  v.  Rogen*
*)  Wintzrer  oder  Winzerei',  der  diese  fliege  Tiernstein  bisher  aut
Heilung  inne  halle,  soll  fürderhin  ddo.  Ulm  14.  Dez.  15011  dieselbe  bis  auf
königliches  Wohlgefallen  unverraitet  inue  haben.  (Nach  K.  Max’s  Pl'andschaftsbuch.)
  —  Dieser  aus  Bayern  gekommene  Eitler  und  kaiserliche  Oberst
„Kaspar  Winzeror  im  Thal”  halle  hei  sich  auf  üürrenstein  im  April
1527  die  vom  ungarischen  Gegenkönigo  Zapulya  zu  dem  (nicht  gehaltenen)
Reichstag  nach  Uegensburg  geschickte  Gesandtschaft  beherbergt,  weshalb
er  I).  verlor  und  landesflüchtig  einen  nicht  ehrenvollen  Unleibändler  zwischen
dem  Herzog  Wilhelm  IV.  und  dem  genannten  König  Zapolya  machte.  S.  Meine
Medaillen  Bd.  I.  151—158.  —  Von  1504  bis  1500  hatte  Winzeror  das
Schloss  W  e  i  t  e  n  c  c  k  pfandweise  inne.  Keil  S.  440.
-)  Nach  K.  Max’s  Pfandschaften  von  1405  —  1518.  S.  32.
“)  Dorf  Birnbaum  in  der  Pfarre  Neukirchen  bei  Pöchslall.
            
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