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Am 19. October 1478 erhält derselbe von Rogendorf das
.Schloss zu Ybhs bis auf des Kaisers oder dessen Erben und Nachfolger
Widerruf pflegeweise (H. u. St. A. 1 ).
Der Kaiser verkauft ddo. Grats am 7. Dec. 1478 seine Gerechtigkeit
auf den Theil des Schlosses zu Peckhstal oder
Pöckstall 2 ), den weiland Konead Hölczler des Hutmeisteramtes
halber in Oesterreich zu Lehen innc hatte, dem Kaspar von Rogendorf,
seinem Kamnierer und Pfleger zu Ybbs, und gibt auch an dem
nämlichen Tage den andern Theil desselben Schlosses, den Matthes
Hölczler innegehabt, auf dessen Bitten dem von R. zu Lehen. —
Das Schloss Ottenschlag wurde von Wolfgang Sewsnnegkher 3 )
dem Landesfürsten mündlich aufgesandt und dieser demüthigli'eh
gebeten, dasselbe Kasparn v. Rogendorf, Kämmerer und Pfleger
zu Ybbs, zu verleihen, wie es mit aller Zugehör der Kaiser diesem
ddo. Gratis 6. September 1479 verliehen hat, nachdem Vidimus
des Propstes Johann von Waldhausen vom 3. November 1488
(H. und St. A.). Auf dieses Schloss wie auch auf Pöckstall lautet
ein Lehenbrief ddo. Wien am 13. November 1488 vom ungrischen
König Mathias Corvinus, der damals im Besitze von Oesterreich
war , dann von K. Maximilian ddo. 8. März 1494 auf diese beiden
Schlösser nebst vier Hofstätten zu Bierbaum in der Eberftorfcr
Pfarre und im Pekstaller Gerichte gelegen, wie sie des römischen
Königs Vater dem Rogendorfer verliehen hatte. Der Kaiser übergab
am 7. September 1479 dem II. das landesfürstliche Schloss
Werfenstein, im Struden gelegen, die Mauth daselbst mit
Nützen und Renten, die zu diesem Schlosse gehören, bis auf
kaiserliches Widerrufen für jährliche 600 Pf. Pfenninge pflegeweise
über C. V. R. Er bat demnach vor der vorerwähnten Erlaübniss vom Jalne
1480 sich des rolhen Wachses zum Siegeln bedient.
J ) Rogendorf’s angebängtes, schönes Sigill in rothe m Wachs hat die Aufschrift:
S. t)Clt. JiC-CjCUÖöVf. Prüeschenk’s Sigill ist in grünem Wachs.
2 ) Schloss und Markt im ehemaligen Viertel ob dem Manhartsberge. Dieser
Name wird Peckstall, Pöckstall, Pögstall, Pechsthal etc. (vergl. Reil 335)
geschrieben, ln P. Marian Pachmayr’s Series Abbatum Monast. Cremtfanensis.
Styrae 1777. P. 1. 70 heisst es aus dem XII. Jahrh. urkundlich
,,locus ecclesiue Pehstall”, wahrscheinlich davon, dass einst aus den
dortigen Waldungen viel Pech gewonnen wurde.
8 ) Vergleiche meine genealogischen Notizen über die Ritter und Freiherren von
Seiseneck. Wiener Jahrb. der Liter. Bel. CXXII. Anzeigeblatt S. 6— 10.