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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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die  mit  seinem  königlichen  Gebieter  verlobte  Erbprinzessinn  Anna
zu  geleiten  und  zu  schirmen,  und  zu  Rennes  im  Namen  seines
Fürsten  mit  der  Braut,  die  dann  der  K.  Karl  VIII.  von  Frankreich
sanimt  ihrem  Herzogthum  mit  Gewalt  wegnahm,  nach  fürstlichem
Brauche  im  Cuirasse  das  ßeilager  hielt.  Diese  beiden  Polheime
und  Veit  von  Wolkenstein  waren  1488  mit  dem  König  Maximilian
in  Gent  gefangen.  In  desselben  Gefolge  beim  Reichstage  zu  Frankfurt ­
  1489  finden  wir  auch  Sigmund  und  Erhard  Gebrüder  und
Bernhard  (wohl  Weickart)  von  Polheim  und  den  genannten  von
Wolkenstein  (Fugger’s  Ehrenspiegel  S.  1014).  So  kam  auch
Wilhelm  v.  Rogendorf  1494  in  seinem  dreizehnten  Jahre  als
Edelknabe  zum  Erzherzog  Philipp  I.  nach  Gent,  und  begann  au
dessen  Hofe  seiue  glänzende  Laufbahn,  wie  wir  später  im  Verlaufe
unserer  Mitteilungen  über  das  v.  Rogendorfische  Geschlecht,
das  wir  historisch  beleuchten  wollen,  sehen  werden.
In  meinem  Werke  „Medaillen  auf  berühmte  und  ausgezeichnete ­
  Männer  des  österreichischen  Kaiserstaates.  Wien  1844.
Bd.  I,  216  ff.”  stellte  ich  das  damals  gesammelte  Material  über
dieses  alte,  einst  vorzüglich  durch  Wilhelm  I.  in  der  ersten
Hälfte  des  XVI.  Jahrhundertes  berühmt  gewordene  Geschlecht  der
Freiherren,  und  seit  1686  Grafen  von  Rogendorf  mit  möglicher ­
  Sorgfalt  zusammen.  Seitdem  gewann  ich  neue  reichliche
Beiträge,  theils  aus  gräflich  von  Rogendorfisclien  Familienpapieren!), ­
  theils  aus  vielen  Original-Urkunden 2 ),  die  dieses  Haus

*)  Aus  diesen  Papieren  habe  ich  den  historischen  Abriss  der  Grafen  von  Rogeudorf ­
  iin  Gothaer  genealog.  Taschenbuche  der  gräfl.  Geschlechter.  1852
Seite  557  zusammengestellt.
“)  Kauf-und  Verkauf-,  Aufsand-Lehen-  und  Pfandbriefe,  Lehenreverse,  amtliche ­
  Berichte,  Instructionen  u.  dergl.,  fand  ich  hier  sowohl  im  k.  k.  Hau  s-,
Hof-und  Staatsarchive,  als  auch  iinArchive  des  k.  li.  Finanz-Ministeriums.
  Ferner  benützte  ich  das  „Verzeichniss  von  283  Original-Urkunden ­
  im  Franzens-Museum  zu  Brünn,  die  sich  auf  das
Krzlierzogthuin  Oesterreich  beziehen,”  welches  in  dem  von  der  historischen
Commission  der  kais.  Akademie  herausgegebenen  Notizenblatte  1851,  Nr.  7.
(S.  106  ff.)  und  Nr.  8  abgedruckt  ist.  Die  im  Conlexte  angeführten  und  öfters
auch  eingeklammerten  Numiner  n  weisen  auf  dieses  Verzeichniss  hin.  Da
die  Grafen  von  Rogendorf  in  Mähren,  wie  die  Mittheilungen  zeigen
werden,  die  Herrschaft  Raii  besasseu,  so  ist  das  Vorhandensein  von
Rogendorfisohen  Ulkunden  im  genannten  Museum  erklärlich.
            
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