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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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len  feindlichen  Communisten  hörte,  deren  hohle  Theorien  freilich
zuletzt  allen  Volkswohlstand  zerstören  würden;  wie  aber  Männer,
hei  denen  man  doch  Bekanntschaft  mit  gesunden  volkswirtschaftlichen ­
  Lehren  voraussetzen  sollte,  sich  auf  die  gedachte  Art  äussern
  können,  muss  billig  Wunder  nehmen.  Kann  es  ihnen  denn
unbekannt  sein,  welche  hochwichtige  Rolle  das  Capital  in  der
Wirtschaft  jedes  Volkes  spielt?  wie  von  dessen  Anwachse  die
weitere  Vervollkommnung  der  Arbeit,  das  weitere  Aufblühen  der
Industrie  abhängt?  ist  es  sachgemäss,  ebenjene,  deren  Fleiss  und
Sparsamkeit  neue  Capitale  schafft,  oder  deren  kluge  Wirtschaft
die  vorhandenen  erhält,  im  gehässigen  Lichte  darzustellen?  —
Bemerkt  man  dagegen,  dass  zwar  die  Capitale,  welche  die  Anleiher ­
  besitzen,  einen  hohen  Werth  haben,  deren  Besitzer  aber,
die  für  ihre  Person  nichts  zum  Volkswohlstände  beitragen,  nicht
eben  so  hoch  geschätzt  werden  können,  so  hat  man  dadurch  nichts
gewonnen.  Ein  sehr  grosser  Theil  der  Capitalisten  ist  wirklich  so
beschäftigt,  dass  er  dadurch  der  Gesellschaft  nützlich  wird,  und
der  Umstand,  dass  er  zugleich  über  Mittel  zu  verfügen  hat,  Andere
bei  ihrem  Erwerbe  oder  in  ihren  Verlegenheiten  zu  unterstützen,
macht  ihn  gewiss  nicht  weniger  achtbar.  Andere  Capitalisten  waren ­
  einen  grossen  Theil  ihres  Lebens  hindurch  arbeitsam  und
sparsam,  um  in  ihren  alten  Tagen  von  den  Früchten  ihrer  Anstrengung ­
  leben  zu  können;  sollen  sie  dadurch  den  Anspruch  auf
schonende  Beurtheilung  verwirkt  haben!  wieder  andere,  wie  z.  B.
Kinder,  Gebrechliche  n.  s.  f.,  welche  Capitale  besitzen,  vermögen
nichts  für  die  Gesellschaft  zu  leisten;  soll  man  sie  desshalb  zurücksetzen ­
  !  Endlich  gibt  es  allerdings  Capitalisten,  für  welche  die
hier  berührten  Rücksichten  nicht  sprechen,  solche,  welche  beträchtliche ­
  Capitale  ohne  eigene  Anstrengung  erlangten  und  nun
nur  von  deren  Erträgnissen  gemächlich  leben  ;  allein  welche  rechtliche ­
  oder  sittliche  Gründe  sprechen  dafür,  sie  im  freien  Verkehre
mit  ihren  Compaciscenten  aufzuopfern  ?  gesetzt  aber  auch,  es  gäbe
Gründe  für  die  Gesetzgebung,  solchen  Darleihern  weniger  hold  zu
sein,  rechtfertigt  diess,  auch  alle  übrigen,  und  zwar  weit  zahlreicheren ­
  Capitalisfen  mit  gleicher  Ungunst  zu  behandeln?
Je  tiefer  gewisse  Vorurtheile  —  so  wie  das  über  die  Berechtigung, ­
  den  müssigen  und  üppigen  Capitalisten  die  Flügel  zu  stutzen ­
  —  bei  dem  grossen  Haufen  Wurzel  gefasst  haben,  um  so
            
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