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zehnten Jahrhundert bis auf Mendelssohn, dess umgestaltender Einfluss
auch dorthin wiederum einwirkte, oder was dasselbe ist, eine
Geschichte der italienisch-jüdischen Literatur als Vermittlerinn
zwischen der maurischen und deutschen Cultur-Periode, würde
Vieles zu erörtern, und nicht wenig Interessantes zu besprechen
haben; es würde ihre Aufgabe sein, den scheinbar erloschenen
Funken als noch lebhaft flackernd aufzuzeigen, und wie die spätere
helle Lichtflamme von da ihre Nahrung sog. Es würde die Aufgabe
sein, die frühere spanisch-arabische Literatur mit der spätem
deutschen in einen zusammenhängenden Connex vermittelst der
italienischen zu bringen, so dass sowohl Vor- als Rückschritte darin
ihre befriedigende Erklärung fänden, und der eine Ton, und
die eine Richtung, und der eine Zweck in dem verschiedensten
Mannigfaltigen sich als notlnvendig vorhanden vor dem Beobachter
gestalte.
Unsere Absicht jedoch ist hier nur zwei einzelne Erscheinungen
zu berühren, deren Merkwürdigkeit bedeutend genug ist, um die
Aufmerksamkeit der gelehrten Welt auf sich zu ziehen , und um
so mehr, als wir durch die heutige Gelegenheit vorzüglich dazu
veranlasst worden sind. Es sind zwei Männer, die, wenn sie auch
bis jetzt in äusserster Vergessenheit oder auch Unbekanntheit geblieben,
es wegen ihres merkwürdigen Auftretens, und zwar in
entgegengesetzter Richtung, sehr verdienen, einmal besprochen
und für immer im lebhaften Angedenken der für die schöne
Literatur sich Interessirenden erhalten zu werden.
Rieti und Marini, beide in Italien geboren und erzogen
im strengsten Rabbinismus und denselben bis zum letzten Hauch
ihres Lebens eifrig betreibend, waren zugleich durchglüht von
den Meisterwerken italienischer Poesie, wurden durch dieselbe zu
ähnlichen Schöpfungen in der eigenen hebräischen Sprache angeregt
und lieferten Werke, welche von dem edlen Kunstsinn ihrer
Urheber sprechendes Zeugniss geben. Werke, die, wenn auch dem
verewigenden Griffel der Typenkunst nicht übergeben, doch für
nichts Geringeres bestimmt sind, als für die Ewigkeit, die Ewigkeit
einer werthwürdigenden und werthkennenden Nachwelt.
Dante und Ovid, wer kennt diese nicht? Wer, welcher
Nation und welcher Bildungsschule er auch angehören mag, genoss
nicht einmal den unsterblichen Saft ihrer Dichtungen, oder las