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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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wurde;  rückte  über  die  Berghohen  von  Maria  Kulm  in  das  Egerland.
Der  Egerfluss  trennte  die  beiden  Armeen.  Der  Kaiser  hatte  das
Hauptquartier  im  Schlosse  Lehenstein  im  selben  Hause,  von  welchem
einst  Wall  e  nstein  in  den  dänischen  Krieg  ausgezogen  war.  In
der  Nacht  drangen  100  Schweden  bis  zum  Schloss,  um  den  Kaiser
gefangen  zu  nehmen.  Sie  wurden  sämmtlich  zusammengehauen.  Die
kais.  Armee  brach  am  8.  Aug.  auf  und  rückte  in  den  pilsener  Kreis,
da  die  Unterhandlungen  mit  Baiern  eine  baldige  Aufkündigung  des
Waffenstillstandes  hoffen  Hessen.  Dies  geschah  den  14.  September.
Wrang  el  ging  nach  Baiern  zurück.  In  Eger  blieb  General
Königsmark  mit  einem  Truppencorps.  Die  Schweden  zerstörten
die  Schlösser  Hohenstein,  Senberg,  Königsberg,  Reichersdorf,
vertrieben  die  katholischen  Pfarrer  '.aus  den  Marktflecken  in  der
Runde 1 ).  Der  Verrath  Ernst  Odowalsky’s,  der  als  kaiserl.  Oflficier
  ein  kleines  Gütchen  bei  Eger  Gehag  von  dem  emigrirten  Paclihelbel
  gekauft  hatte,  führte  General  Königsmark  nach  Prag
(5.  Aug.).  Am  2.  Nov.  kam  von  Linz  die  Nachricht  von  dem  zu
Osnabrück  und  Münster  24.  Oct.  1648  geschlossenen  Frieden.
In  Eger  wurde  der  Friede  am  Neujahrstage  1649  feierlich  verkündigt. ­
  Die  Stadt  so  wie  noch  viele  andere  Puncte  in  Böhmen,
Mähren,  Schlesien,  blieb  noch  von  den  Schweden  besetzt.  Vermöge
des  Präliminar-Recesses  wegen  der  Räumung  Böhmens  sollte  das
Königreich,  mit  Ausnahme  der  Stadt  Eger,  von  den  schwedischen
Truppen  gleich  geräumt  werden.  Diese  Bestimmung  wurde  im
Nürnberger  Friedensexecutions-Hauptrecess  wiederholt  und  festgesetzt, ­
  dass  nach  der  Zahlung  des  1.  Dritthciles  der  200.000
ltthler,  welche  der  Kaiser  von  der  Entschädigungssumme  übernommen ­
  hatte,  die  Stadt-Eger,  nach  dem  2.  Drittel  von  66.666%  fl.
Mähren  und  nach  dem  3.  Drittel  Schlesien  geräumt  werden  solle 3 ).
Am  9.  Oct.  1649  verliessen  die  Schweden  auf  Befehl  des  Pfalzgrafen ­
  die  Stadt;  150  M.  kais.  Truppen  vom  Conde’schen  Regimenle
  rückten  ein 3 ).  Die  Bürger  versahen  mit  ihnen  gemeinschaftlich ­
  den  Waclitdienst.
Mit  den  Schweden  war  1647  auch  das  Lutherthum  wieder
nach  Eger  gekommen.  Mehrere  Emigranten  kehrten  in  die  Heii
 )  So  in  Redwitz,  das  dadurch  lutherisch  wurde  und  blieb.
a )  Schmauss,  cor.jur.publ.  890.
3 )  Rieger  I.  309.
            
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