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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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lassen.  Nachmittags  4  Uhr  26.  Februar  Hessen  Oberst  Buttler  und
Gordon  die  vier  Bürgermeister  auf  die  Burg  rufen,  und  ihnen  durch
Herrn  von  Steinheim,  den  Stadtcommandanten,  publiciren:  „Es
werde  wisslich  sein,  was  wegen  der  hohen  Offiziere  Namens  Herzog ­
  von  Friedland,  Generalissimus,  Hr.  Feldmarschalck  Bo,  Hr.
Graf  Terzky,  General  der  Cavallerie,  Herrn  Kinsky,  gewesenen
Jägermeister  im  Königreiche  Böheimb  und  Rittmeister  Niemann,  so
da  alle  gestern  zu  Nacht  zwischen  8  und  9  Uhr,  aff  der  Burgkh,
allhier,  über  der  Nachtmahlzeit,  der  Herzog  aber  in  seinem  Zimmer ­
  bei  der  alten  Apotheken  in  Alexander  Pachhelbel’s  Haus  niedergemacht ­
  und  todtgeschlagen  worden,  vorgangen.  Damit  man  nun
nit  vergebliche  Gedanken  schöpfen  dürfte,  als  hätte  man  hiezu  nit
Ursacli  gehabt,  las  Herr  Steinheim  ein  Schreiben  ab,  darin  sie  für
Rehellen  gehalten,  mit  Ermahnung  des  schuldigen  Gehorsams  Ihr.
k.  Majestät  desgleichen  auch  die  Bürgerschaft  dahin  zu  halten,  dass
sie  ebenfalls  in  schuldigen  Gehorsam  verbleibe  und  da  man  sie  in
Widrigem  fände,  dieselben  alsbald  bestrafen  wolle.  Fenier  wurde
berichtet,  wenn  dies  Werk  gestern  nit  vorgangen,  man  sämmtlich
dem  Herzog  von  Friedland  schwören  sollen  und  müssen,  oder  der
erste  Bürgermeister  hatte  sollen  gespiesset,  der  Andere  geköpft,
und  also  ferner  durch  den  schon  bestellten  Scharfrichter  procedirt
werden,  bis  die  Andern  verwüliget  und  geschworen  hätten.  Darauf ­
  haben  sich  dann  Bürgermeister  und  Rath  einhällig  erkläret,
Ihr.  kays.  Majestät  als  dero  allergnädigstem  Herrn,  bis  in  Tod  gehorsam ­
  zu  verbleiben.  Andern  früh  um  8  Uhr  haben  wieder  der  ganze
Rath  Gericht  nochmals  einhällig  erklärt,  in  I.  K.  Majestät  Gehorsam, ­
  Leib,  Gut  und  Blut  zuzusetzen  und  in  Gehorsam  zu  sterben” 1 ).
Bei  der  Durchsicht  einiger  bei  Friedland  Vorgefundener  Briefe
erfuhr  Buttler,  dass  der  Herzog  von  Sachsen-Lauenburg,  Franz
Albert,  bald  selbst  nach  Eger  kommen  würde.  Adam  Moser,  früher ­
  Stadtwachtmeister,  der  wegen  des  Verrathes  von  1632  gefangen
sass,  erhielt  die  Freiheit  gegen  die  Verbindlichkeit,  den  Herzog
aufzugreifen.  Moser  eilte  mit  einem  Reitergeschwader  nach  Waldsassen ­
  ,  überfiel  den  Herzog  nächst  dem  Armenhause  und  brachte
ihn  gefangen  nach  Eger'-);  der  Herzog  wurde  später  nach  Pilsen

*)  Stadtarchiv.  Stadtbuch  Nr.  70.  Pröckl  143.
~)  Bremer’ß  Geschichte  von  Waldsassen.
Sitzb.  d.  pliil.  hist.  CI.  VI1.  Cd.  I.  Heft.  3
            
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