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Prag nicht mehr zu gewinnen war, verliess der Herzog am 22. Februar
Pilsen und brach nach Eger auf. Es begleiteten ihn fünf
Compagnien vom altsäehsischen , fünf Compagnien vom Regimentc
Trzka’s; auf dem Wege kam Oberst Bnttler mit seinem Dragoner-Regimente
dazu *). So zog Wallenstcin mit einem Häuflein verzweifelter
Männer, ein todtkranker unmächtiger Mann, von Krankheit
und Trübsinn gebeugt, einsam und verlassen dieselbe Strasse
nach Eger, die er vor wenig Jahren kühn und froh, im Bewusstsein
des Sieges, von grossen Entwürfen geschwellt, an der Spitze
eines zahlreichen Heeres betreten hatte. Bereits am Wege kam es
zwischen seinen Anhängern und den Kaiserlichen zum Gefechte.
Am 24. Februar 1634 lang te Wallenstcin inE«;er an. Boten wurden
an Bernhard von Weimar, an Arnim gesendet, um ihre Ankunft zu
beschleunigen, die Besatzung von Joachimsthal und anderen Orten
wurde abberufen 3 ). Herzog Franz Albrecht schrieb, dass Bernhard
von Weimar seine Macht an der Grenze zusammenziehe, dass
Volk aus Thüringen komme. Ilow sollte desswegen Kronach und
die Plassenburg besetzen. Der Herzog liess den Markgrafen von
Culmbach durch einen Abgesandten nach Eger um eine Conferenz
ersuchen").
Die Ermordung Wallenslein’s und seiner Anhänger in der Nacht
vom Samstag zum Faschingsonntag am 24. Februar 1634 ist allgemein
bekannt. Die Erzählung der Rathschronik weicht nur in
unwesentlichen Nebenumständen von den Angaben Förster’s, Mailäth’s,
Roepell’s u. A. ab. Andere Quellen, Briefe, Flugblätter
waren im Archive nicht aufzufinden. Auch die Urkunde, welche
Makk aus dem Egerer Archiv citirt, fand sich nicht vor! —
Leslie und Deveroux waren den Tag nach der Tliat am 26. Februar
nach Wien abgereist. Buttler berichtete das Geschehene an
die Commandanten der nächsten Garnisonsstationen und erinnerte
sie gute Wache zu halten. Schon am Morgen hatte er die Truppen
in und ausser der Stadt dem Kaiser den Eid der Treue schwören
‘) Mailath III. 3G9.
2 ) Chronik der Egerer Stadlkanzl'ei.
3 ) „I>er Markgraf möge dann zum schwedischen Reichskanzler und französischen
Botschafter gehen und von der Sache sprechen”. Chronik der Stadtkanzlei.