383
zusammengeslellte Vocabularium um ein Bedeutendes erweitern
können, wenn nicht die äusserste Fehlerhaftigkeit des davon in
deutscher Bearbeitung erschienenen Abdruckes — des einzigen, der
existirt — die Benützung desselben zur Aufstellung neuer Artikel
beinahe unmöglich machte.
Die vorliegende Arbeit enthält zwar nicht alles, was in einer
Grammatik, am wenigsten in einer vollständigen, gesucht zu werden
pflegt, sondern nur so viel, als die vorhandenen Hilfsmittel
zu Tage zu fördern erlaubten. Dagegen findet sich in ihr Manches,
wie über die Dialekte, den Charakter, die Zusammensetzung der
Wörter, was in den Kreis grammatikalischer Untersuchung in der
Regel nicht gezogen wird.
Das Aino, eine Sprache welche in grammatischer Beziehung
in der Mitte zwischen dem Chinesischen und dem Mandschu steht,
kann zwar nicht eigentlich, wie dieses sonst überall geschieht,
nach den gewöhnlichen Redetheilen abgehandelt werden; da jedoch
die hier einzig natürlicheEinthcilung in wirkliche und in Hilfswörter,
oder, besser gesagt, in Wörter mit Bedeutung und Wörter ohne
Bedeutung, nicht festgehalten werden konnte, ohne bei jeder Gelegenheit
in die Gefahr des Irrthums zu gerathen, so wurde es vorgezogen,
zuerst anzugeben, welche Formen der Ainosprache uusern
grammatikalischen Formen entsprechen, und dann erst dasjenige,
was in der Ainosprache die Grammatik constituirt, die
Partikeln und die Wortfolge, zu behandeln. Hierdurch glaubt der
Verfasser eine Arbeit geliefert zu haben, welche, wenn sie auch
keinen Anspruch auf den Vorzug macht, keiner Verbesserungen
mehr bedürftig zu sein, doch eine Grundlage bietet, auf welcher
in künftiger Zeit weiter gebaut werden kann.