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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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nisses  ist  zudem  so  greller  Art,  dass  man,  da  keine  andere  Quelle
sich  so  vernehmen  lässt,  an  dessen  Aechtheit  gezweifelt  hat.  Dieser
Grund  allein  kann  uns  natürlich  für  keinen  gelten,  denn  enthielte
nur  die  se  Quelle  die  Wahrheit,  um  so  willkommener  müsste  sie
uns  sein,  vorausgesetzt,  dass  alle  übrigen  ihr  nicht  geradezu  widersprächen, ­
  was  aber  durchaus  nicht  der  Fall  ist.  Das  blosse
Schweigen  derselben  kann  auch  noch  anderen  Grund  haben  und  gestattet ­
  uns  nicht,  desshalb  allein  diese  Quelle  für  unächt  zu  halten,
um  so  weniger,  als  sie,  was  ihre  Ueberlieferung  betrifft,  durchaus
keinen  Verdacht  erregt.
Ich  meine  den  Brief  Kaiser  Friedrich’s  II.  an  den  König  von
Böhmen  vom  Jahre  1236  '  fuper  diversis  excessibus  ducis  Anstriae’. ­
  Ersteht  im  Formelbuche  des  Pietro  delleVignie,  inder  Ausgabe ­
  Iselins  Bd.  1,  S.  386  bis  394.  Wir  müssen  hier  aus  diesem  merkwürdigen ­
  Schreiben,  das  ohne  Bedenken  ebenso  äclit  als  leidenschaftlich ­
  genannt  werden  muss,  dasjenige  aufführen,  was  sich  auf
den  Charakter  des  damals  etliche  und  zwanzig  Jahre  alten  Herzogs
bezieht,  können  aber  die  Vermuthung  nicht  unterdrücken,  dass
dasselbe  vielleicht  nie  zur  Ausfertigung  gelangte  oder  wenn,  gewiss
in  milderer  Form.  Auch  das  unter  den  Briefen  Pietro’s  erhaltene
Königsdiplom  für  unseren  hier  so  übel  geschilderten  Herzog,  bei
Iselin  2,  197  bis  200,  ward  niemals  wirklich  ausgefertigt.
Gleich  im  Eingänge  lässt  Pietro  den  Kaiser  vom  Leichtsinne
und  den  flatterhaften  Sitten  des  Herzogs  sprechen,  'levitas  ducta
moribus  inconsultis.’  Er  habe  über  dessen  jugendlichen  Leichtsinn
anfangs  geschwiegen  'juvenilem  ejus  dissimulavimus  levitatemj
endlich  aber  müsse  er  sprechen,  nachdem  der  Herzog  'prorsus
cjecerat  cequitatem,  viduis  et  orphanis,  quos  jure  fovere  dcbuerat,
  moleßus  exißens,  divites  opprimens,  pauperes  conculcans,
  liumilians  nobiles  et  deßruens  populäres,  diversis  flagitiis
  afficiens  subditos.•  nullam  adversus  eos  aliam  causam
Habens,  nisi  quod  pium  esse  sibi  credit  et  licitum  quiequid
libet  ....’  'Data  igitur  per  eum  effreni  licenlia  luxui  et  mente
ipfius  in  omnem  viam  malitioe  turpiter  inquinata,  deflorat  Virgines ­
  et  facit  a  suis  complicibus  deßorari,  matronas  vencrabiles
  dclioneßat,  auferens  filias  patribus  et  viris  midieres  per
violentiam.  Et  utinam  his  contentus  non  exeogitaret  in  patrum
animas  cl  virorumt  in  quorum  nccem  diversas  fpecies  mortis
            
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