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von einem Knaben spricht, während der Herzog damahls deren
noch zwei hatte, nämlich Heinrich und Friedrich,
Für die Erziehung beider scheint aber bis dahin nicht viel geschehen
zu sein, wie Walther wenigstens bei dem einen findet, oder
man müsste annehmen, dass einer der beiden mit Vorliebe sei behandelt
worden, der andere nicht. Für diese Annahme scheint aber
nichts zu sprechen. Eher dürfte das Zeugniss der Geschichte, das
den armen Vater an beiden Söhnen wenig Freude erleben lässt,
dagegen und für die Annahme sprechen, dass beide schon von früher
Zeit an verwahrlost wurden. Diese Erscheinung genügend zu
erklären, dazu reichen unsere spärlichen Quellen freilich nicht hin,
höchstens darin Hesse sich ein Erklärungsgrund finden, dass der
Vater bei seinen vielen Zügen ausser Landes, so 1212 nach Südfrankreich
und Spanien, 1213 zum Kaiser nach Deutschland, 1214
nach Lothringen und Brabant, 1215 abermals nach Deutschland,
endlich 1217 auf zwei volle Jahre ins Morgenland, während zahlreiche
Geschäftsreisen im Inneren seiner Länder die übrige Zeit
gewaltig in Anspruch nahmen, nur wenig Müsse hatte, die Erziehung
seiner Söhne selbst zu überwachen. Zudem war vielleicht
die Mutter, als ein Kind des entarteten und verweichlichten griechischen
Kaiserhauses und als Fremde wenig geeignet, die Erziehung
der regen Knaben zu leiten.
Dem sei nun wie ihm wolle, so viel steht wenigstens durch das
Zeugniss Walther’s fest, dass einer der beiden Söhne ein ungerathener
zu nennen war. Uns liegt nun ob, dieses scharfe Erkenntnis
einem von beiden zuzutlieilen. Wie aber, wenn unsere Quellen,
wie sie nun sind, beide verdammen ? Dann scheinen wir mit unserer
Vermuthung auf einen Sohn Leopold’s nur zu sehr vor der rechten
Schmiede zu stehen. Wir haben dann zwei ungerathene Söhne für
einen, eine traurige Bestätigung unserer Annahme.
Damit verhält siclis nun so.
Begreiflicher Weise geben die dürftigen Quellen unserer
Landesgeschichte, namentlich aus so früher Zeit, über die Nachkommen
unserer Fürsten, so lange sie minderjährig sind, in der
Regel höchstens Geburts- oder Sterbe-Jahre und selbst diese häufig
unzuverlässig. Nur dann, wenn diese Nachkommen auf irgend
eine Weise, im Guten oder Schlechten, sich ihrer Zeit bemerkbar
machen, wird ihnen zwischen den dürren Nachrichten über