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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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somit  von  diesem  Gesichtspuncte  aus  am  natürlichsten  in  dem  Knaben ­
  den  Sohn  irgend  eines  Mächtigen  vcrmulhen  und  wohl  am  ersten
eines  seiner  Gönner,  der  ihm  sein  Vertrauen  bis  zu  dem  Grade
schenkte,  dass  er  ihm  sogar  die  Erziehung  seines  Sohnes  übertrug.
Doch  wir  wollen  nicht  zu  sehr  vorgreifen  und  lieber  nach  unserem ­
  Argriffsplane  hier  zur  Betrachtung  des  zweiten  Gedichtes
übergehen,  dessen  Originaltext  wir  wieder  voranstellen.
35,  17  Liupolt  üz  Ostemolie,  lä  mich  bi  den  liuten,
wünfehe  mir  ze  velde  und  niht  ze  walde:  iclm  kan  niht  riuten:
fi  felient  mich  bi  in  gerne,  alfo  tuon  ich  sie.
20  du  wünfeheft  underwilent  biderbem  man  dun  weist  joch  wie.
wünfehes  du  mich  von  in,  fd  tuoft  du  mir  leide,
vil  foelic  fi  der  walt,  dar  zuo  diu  beide!
diu  miieze  dir  vil  wol  gezemen!  wie  hält  du  fus  getan,
daz  ich  dich  an  din  gemach  gewünfehet  liän,
25  und  du  mich  an  min  ungemacli?  lä  liän  :
wis  du  von  dan,  lä  mich  bi  in:  fö  leben  wir  fanfte  beide.
Dem  Texte  mag  nun  wie  oben  die  sinngetreue  Uebersetzung,
mit  den  Erläuterungen  zur  Seite,  auf  dem  Fusse  folgen.  Die  nähere
Besprechung  des  Gedichtes  wird  die  einzelnen,  wie  ich  hoffe,
rechtfertigen.
'Leopold  von  Oesterreich,  lass  mich  am  Hofe  (in.  höfischer
Umgebung,  im  Kreise  gebildeter  Leute).  Wünsche  mich  auf  (urbares) ­
  Feld,  nicht  in  den  Wald:  ich  verstehe  es  nicht  den  Boden
erst  urbar  zu  machen.  Die  (höfischen)  Leute  sehen  mich  gerne  bei
sich,  ich  sie  gerne  um  mich.  Du  wünschest  auch  zuweilen  einen
biedern  Mann  in  die  wunderlichste  Stellung!  Wünschest  du  mich
aus  jener  Umgebung,  so  bringst  du  mich  in  mir  widerliche  Lage.
Beides  kann  gepriesen  werden,  jenes  Geschäft  des  Urbarmachens
und  der  Umgang  mit  Gebildeten  (der  erst  zu  bebauende  Wald  und
das  blumige  Feld).  Möge  dir  doch  letzteres  für  mich  ganz  und  gar
geziemend  scheinen!  Wie  konnte  es  dir  auch  beifallen,  während
ich  dir  stets  Willkommenes  wünschte,  mich  in  eine  mir  widerliche
Stellung  zu  bringen?  Lass  ab  davon:  magst  du  (auf  deinen  Fahrten
ins  Morgenland,  nach  Spanien  u.  s.  w.  noch  so  lange)  des  Hofes  entbehren, ­
  lass  mich  da,  so  leben  wir  beide  angenehm.’
Es  begreift  sich,  dass  in  diesem  Gedichte,  soll  es  richtig  verstanden ­
  werden,  alles  auf  die  Auffassung  des  hier  absichtlich  betonten ­
  Vollworles  'riuten’  ankommt,  denn  ob  in  der  18.  und  20.
            
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