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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Pfarrkirche  wurde  der  Gottesdienst  von  den  J  esuiten  versehen.
Pater  Emerich  hatte  am  1.  Sept.  1628  daselbst  nach  64  Jahren  die
erste  katholische  Predigt  gehalten.  Ihm  folgten  noch  drei  Jesuiten.
1631  wurde  Dr.  Troyer  als  Stadtpfarrer  bestellt;  die  Jesuiten
räumten  ihm  die  Kirche  ein,  und  behielten  sich  bloss  einen  Altar
und  eine  Kanzel  vor.  Die  Reformationsconnnissäre  reichten,  da
die  Reformation  so  guten  Fortgang  hatte,  ihre  Dimission  ein 1 ),
und  übergaben  die  weitere  Verhandlung  dem  Magistrate.  Die  Subd
  elegirten  erhielten  strenge  Instructionen.  Der  Kaiser  befahl
ihnen  alle  unkatholischen  Bücher  wegzunehmen,  jene,  welche  einen
protestantischen  Gottesdienst  jenseits  der  Grenze  besuchten,  strenge
zu  bestrafen,  darauf  zu  sehen,  dass  jeder  den  katholischen  Gottesdienst ­
  besuche,  und  die  Fasttage  und  kirchliche  Disciplin  beobachte ­
 2 ).  Die  Thätigkeit  der  subdelegirten  Commission  hatte  den
besten  Erfolg.  1630  waren  kaum  300  Männer  in  der  Bruckthorvorstadt ­
  der  Lehre  Luther’s  anhängig.  Das  Frohnleichnamsfest
konnte  in  aller  Pracht  gefeiert  werden;  alle  Zünfte  erschienen  mit
Fahnen.  Ebenso  siegte  die  katholische  Lehre  am  Lande.  Die  Umänderung ­
  des  Geistes  und  des  Charakters  eines  Landstriches  schien
für  die  Zukunft  gesichert,  als  ein  Ereigniss  eintrat,  welches  das
Verhältniss  wieder  löste  und  die  Herrschaft  der  lutherischen  Lehre
in  Eger  wieder  herstcllte.
Der  Kurfürst  von  Sachsen  schloss  sich  dem  König  von  Schweden ­
  an.  Ein  sächsisches  Heer  unter  Arnim  drang  in  Böhmen  ein.
Mit  den  Sachsen  kam  der  Protestantismus,  und  die  feindlichen  Kräfte
schienen  frisch  aus  dem  Boden  zu  wachsen.  Die  Emigranten  hatten
ihre  Hoffnung  auf  den  Kurfürsten  gesetzt.  Es  bedurfte  nicht
erst  einer  Aufforderung,  auch  Eger  besetzen  z\i  lassen.  Die  Stadt
war  von  k.  Truppen  verlassen.  Am  12.  Decembcr  1627  erschien  ein
kleines  sächsiches  Corps  vor  der  Stadt.  Der  alte  Hass  glühte  noch
unter  der  Asche.  Die  Sachsen  wurden  als  Freunde  und  Retter  angesehen. ­
  Durch  Verrath  der  lutherischen  Gerber  in  der  Bruckvorstadt,
mit  denen  der  Stadtwachtmeister  Moser  einverstanden  war,  gelang
es  dem  sächsischen  Oberst  Karlowitz,  die  Stadt  einzunehmen  13.  De-7.

  Nov.  ]  629.  Fase.  V.  2.
~l  II).  l)ee.  1620.  Fase.  V.  12.
            
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