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sein Bis zum Jahre 1631 haben nicht weniger als 143 Bürger
die Stadt verlassen. Sie wandten sich nach Wunsiedel, Planen,
Thiersheim, Höf, Arzberg, Hohenberg, Asch, Nürnberg, Oelsnitz,
Schirnding, Baireut 2 ). Manche Geschlechter blühen noch heutzutage
dort fort.
Die Emigranten mussten ein Fünftel ihres Vermögens als Abzugsgeld
zurücklassen. Die Stadt brachte dagegen ein Privilegium
des Kaisers Sigismund in Anregung. Der Kaiser erklärte aber
„eine Berufung auf das Privilegium könne diesfalls im geringsten
nicht verträglich sein in Anerkennung, dass es jetzo in weit anderen
terminis als damals stehe, und gleichwie Kaiser Sigismund
nach derselben Zeit Umständen und Particular Fällen sich so zu
resolviren gewisse Ursache gehabt, also sind auch wir bei jetziger
der Sachen Beschaffenheit nach genugsam erheblichen Bedenkeu
von den Emigranten wie von den Pragern besagte Abzugsgelder
abzufordern bewogen worden” 3 ). Zur Erhebung des Vermögens
und Einhebung des Abzugsgeldes wurde die Fünftelcommission
eingesetzt, welche bis 1637 thätig blieb. Die Emigranten mussten
eine Designation ihres Vermögens übergeben. In privatrechtlichen
Verhältnissen brachte dies eine grosse Verwirrung hervor; Gläubiger
meldeten sich, Cessionen, Scheinverträge wurden abgeschlossen,
alte Rechte lebten auf. Bis 1640 gingen Bittschriften,
Proteste, offene Weigerungen ein 4 ). Das Appellationsgericht in
Prag wies jede Klage zurück, da sie mit dem Reformationswerk
nichts zu thun habe. Die Commissäre lieferten an Fünftelgeldern
1630: 2730 fl., 1631: 3027 fl. ab 5 ). In Reformationssachen standen
sie unter der Statthallerei, in Finanzsachen unter der böhmischen
Kammer. Ihre Thätigkeit wurde 1632 unterbrochen.
Bei dem Mangel an katholischen Priestern versahen Dominikaner
und Franziskaner einige Pfarren am Lande. Es geschah, dass
Kinder oft 2 Meilen weit zur Taufe getragen wurden. In der Stadt-1
) Adam Junker in Oberkunreuf, Wolf Adam Pachhelbel in Gehag.
2 ) Rieger I. 293. Proeckl S. 118, 119. Fase. VIII. 32.
3 ) Resc. 16. Mai 1629. Fase. III. 42, 43.
*) Dr. Ilornigk reichte eine Bescluverdeschrift in den schärfsten Ausdrücken ein.
Er forderte einen Kläger, einen Kecbtsspruch.
5 ) Fase. VI. 12.