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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Stande  zu  bringen,  vermehrt  wurde.  Wenn  es  Michael  auch  gelang, ­
  einen  Theil  der  höheren  Geistlichkeit  für  seine  Zwecke  zu
gewinnen  und  für  die  Vereinigung  zu  stimmen,  so  hatte  er  doch
den  ganzen  niedern  Clerus,  der  Mönche  zahlloses  Heer  und  den
Pöbel  der  Hauptstadt,  dem  die  Gewaltherrschaft  der  Lateiner
noch  in  frischem  Andenken  war,  gegen  sich,  die  alle  vereint  sich
gegen  jede  Annäherung  an  die  römische  Kirche  erklärten  und  die
Strassen  Konstantinopels  mit  Tumult  und  Aufruhr  füllten;  eine
Erscheinung,  die  sich  von  nun  an  immer  wiederholen  sollte,  sobald
einer  der  Paläologen,  die  in  der  Vereinigung  mit  Rom  und  der
Hülfe  der  abendländischen  Christenheit  das  letzte  Rettungsmittel
des  sinkenden  Reiches  sahen,  die  Hand  zum  Abschluss  eines  Vertrages ­
  mit  dem  Papste  bot,  und  selbst  noch  fortdauerte,  als  die
Janitscharen  schon  zum  Entscheidungssturme  rüsteten.
Da  neben  diesen  kirchlichen  Wirren  nach  Andronikos  des
Jüngern  Tode  auch  noch  der  Bürgerkrieg  aufloderte,  während  die
Hesychasten-Streitigkeit  die  Gemüther  immer  mehr  erbitterte,  so
konnte  schon  damals,  ehe  noch  der  Erbfeind  der  Romäer  festen
Fuss  in  Europa  gefasst,  keinem  Hellsehenderen  mehr  verborgen
bleiben,  dass  ein  im  Innern  zerrissenes  Reich,  das  von  all  seinen
früheren  blühenden  Provinzen  nur  mehr  eine  kleine,  durch  Willkürherrschaft, ­
  unerschwingliche  Steuern  und  Barbareneinfälle  ausgesogene ­
  Landstrecke  rund  um  eine  üppige,  entnervte  Hauptstadt
voll  eines  zügellosen  Pöbels  besass,  bewohnt  von  einem  Volke,
das  nie  der  eigenen  That  vertrauend,  von  den  Psalmen  seiner
Mönche  und  unmittelbarer  Dazwischenkunft  irgend  eines  Heiligen
Rettung  erwartete,  dem  unvermeidlichen  Untergauge  entgegen
ging,  und  alle  Erscheinungen  sinkender  Staaten,  die  höchste
Finanznoth  und  das  grösste  Sittenverderbniss  mögen  uns  nicht
mehr  befremden.  Es  ist  aber  von  Interesse,  über  diese  beiden
wunden  Flecke  des  byzantinischen  Staates,  die  von  den  letzten
Geschichtschreibern  des  Reiches  nur  flüchtig  berührt  werden,  aus
authentischen  Urkunden  nähere  Aufklärung  zu  schöpfen.
Aus  dem  ersten  der  hier  mitgetheilten  Actenstücke  —  einem
Synodalbeschluss  vom  J.  1324  —  ersehen  wir,  dass  der  geistliche ­
  Oberhirt  des  ganzen  Morgenlandes  sieh  in  so  misslichen  Umständen ­
  befand,  dass  er  die  Bischöfe  zu  jährlichen  Beiträgen  zum
Unterhalte  des  Patriarchates  und  seines  Clerus  auf  so  lange  hin-
            
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