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Stande zu bringen, vermehrt wurde. Wenn es Michael auch gelang,
einen Theil der höheren Geistlichkeit für seine Zwecke zu
gewinnen und für die Vereinigung zu stimmen, so hatte er doch
den ganzen niedern Clerus, der Mönche zahlloses Heer und den
Pöbel der Hauptstadt, dem die Gewaltherrschaft der Lateiner
noch in frischem Andenken war, gegen sich, die alle vereint sich
gegen jede Annäherung an die römische Kirche erklärten und die
Strassen Konstantinopels mit Tumult und Aufruhr füllten; eine
Erscheinung, die sich von nun an immer wiederholen sollte, sobald
einer der Paläologen, die in der Vereinigung mit Rom und der
Hülfe der abendländischen Christenheit das letzte Rettungsmittel
des sinkenden Reiches sahen, die Hand zum Abschluss eines Vertrages
mit dem Papste bot, und selbst noch fortdauerte, als die
Janitscharen schon zum Entscheidungssturme rüsteten.
Da neben diesen kirchlichen Wirren nach Andronikos des
Jüngern Tode auch noch der Bürgerkrieg aufloderte, während die
Hesychasten-Streitigkeit die Gemüther immer mehr erbitterte, so
konnte schon damals, ehe noch der Erbfeind der Romäer festen
Fuss in Europa gefasst, keinem Hellsehenderen mehr verborgen
bleiben, dass ein im Innern zerrissenes Reich, das von all seinen
früheren blühenden Provinzen nur mehr eine kleine, durch Willkürherrschaft,
unerschwingliche Steuern und Barbareneinfälle ausgesogene
Landstrecke rund um eine üppige, entnervte Hauptstadt
voll eines zügellosen Pöbels besass, bewohnt von einem Volke,
das nie der eigenen That vertrauend, von den Psalmen seiner
Mönche und unmittelbarer Dazwischenkunft irgend eines Heiligen
Rettung erwartete, dem unvermeidlichen Untergauge entgegen
ging, und alle Erscheinungen sinkender Staaten, die höchste
Finanznoth und das grösste Sittenverderbniss mögen uns nicht
mehr befremden. Es ist aber von Interesse, über diese beiden
wunden Flecke des byzantinischen Staates, die von den letzten
Geschichtschreibern des Reiches nur flüchtig berührt werden, aus
authentischen Urkunden nähere Aufklärung zu schöpfen.
Aus dem ersten der hier mitgetheilten Actenstücke — einem
Synodalbeschluss vom J. 1324 — ersehen wir, dass der geistliche
Oberhirt des ganzen Morgenlandes sieh in so misslichen Umständen
befand, dass er die Bischöfe zu jährlichen Beiträgen zum
Unterhalte des Patriarchates und seines Clerus auf so lange hin-