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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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gestehen  müssen,  dass  für  einen  Oeslerreicher  Aufforderung
genug  vorhanden  sei,  die  Erforschung  byzantinischer  Geschichte
zur  Lebensaufgabe  zu  machen.  Das  Feld  ist  ein  wenig  bebautes,
das  viele  Arbeit  erheischt,  aber  eine  reiche  Ernte  verspricht.
Zwar  ist  eine  Sammlung  byzantinischer  Geschichtsschreiber  in
Frankreich,  in  Italien  und  zuletzt  in  Deutschland  handlicher,
wenn  auch  nicht  correcter  herausgegeben  worden,  aber  ausserdem, ­
  dass  in  dieser  Reihe  noch  mancher  wichtige  Schriftsteller
fehlt,  muss  jeder,  der  sich  auch  nur  kurze  Zeit  mit  den  byzantinischen ­
  Geschichtsquellen  ernstlicher  beschäftigt  hat,  eingestehen,
dass  diese  Quellen,  theils  magere  Chroniken,  theils  von  schmeichelnden ­
  Höflingen  oder  Parteischriftstellern  verfasste  Werke,
mehr,  als  die  historischen  Schriften  jeder  anderen  Nation,  der
Beleuchtung,  Aufklärung  und  Berichtigung  durch  gleichzeitige  Urkunden, ­
  und  der  Vergleichung  mit  anderen  Historikern,  sowohl  des
Morgen-  als  Abendlandes  bedürfen.
Leider  ist  in  byzantinischer  Geschichte  ein  grosser  Mangel
an  Urkunden,  da  Feuer  und  Schwert  der  Barbaren,  die  Jahrhunderte ­
  lang  im  ganzen  Umfange  des  Reiches  wütheten,  alle  Schätze
der  Literatur,  Bibliotheken  und  Archive  vernichtet  haben.  Das
wenige,  was  sich  davon  noch  erhalten  hat,  liegt  in  den  Klöstern
des  Orients  zerstreut,  und  verdient  mehr  Beachtung,  als  man
Kloster-Urkunden  wohl  sonst  schenken  würde,  beim  byzantinischen
Reiche,  wo  der  Staat  in  der  Kirche  aufgegangen  war  und  bei  jedem ­
  öffentlichen  Acte  diese  die  wichtigste  Rolle  spielte.  Es  ist
wünschenswcrth,  dass  diese  wenigen  Schätze  durch  europäischen
Fleiss  bald  gerettet  werden,  da  sonst  die  Sorglosigkeit  der  Mönche
auch  ihnen  den  Untergang  bereitet.
In  europäische  Bibliotheken  und  Archive  sind  nur  wenige  byzantinische ­
  Urkunden  gerettet,  davon  auch  wohl  einige  zerstreut
herausgegeben  worden  1 ).  Reichhaltigere  Sammlungen  von  solchen

t)  Sehr  gering  ist  die  Anzahl  der  bisher  gedruckten  griechischen  Urkunden.
Von  Klosterurkunden  finden  sich  einige  aus  einem  Dipiomatar  bei  Pasini,
Codices  Msc.  graeci  Bibi.  Taurinensis  p.  319  ff.,  vier  aus  einer  Handschrift ­
  im  Eskurial  gezogene  bei  Miller,  Cataiogue  dei  msc.  grecs  de
l’Escurial  p.  59  —  66,  zwei  aus  dem  Archive  des  Klosters  Sanct  Dionysios
  auf  dem  Athos,  bei  Fallraerayer,  Original-Fragmente  etc.  zur  Gesch.
des  Kaiserth.  Trapezunt;  Abhandl.  d.  III.  CI.  der  k.  bayerischen  Ak.  d.
            
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