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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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während  auf  die  Stadtrechte;  grossen  Widerstand  fand  der  Befehl, ­
  dass  die  Jesuiten  die  Schulen  übernehmen  sollten.  Sie  waren
am  meisten  gefürchtet.  Die  Stadt  sprach  ihr  Recht  auf  die  Schulen
an.  Die  Commissäre  antworteten:  Die  Jesuiten  sollen  dieselben
bloss  interimsweise  und  ohne  Nachtheil  der  Rechte  der  Stadt  übernehmen ­
  1 ).
Die  beiden  Reformationscommissäre  Herttel  und  Brunner
setzten  ihre  Thätigkeit  ungeachtet  alles  Schimpfes  und  in  wahrer
Gefahr  energisch  fort,  unterhielten  die  Correspondenz  mit  Wrtby
und  Michna,  erstatteten  Bericht  an  den  Kaiser  und  erhielten  neue
Instructionen.  1627  waren  nur  die  fremden  Prädikanten  ausgewiesen ­
  worden.  Jetzt  traf  dies  Loos  auch  die  Prädikanten,
die  unter  dem  Schutze  des  Bürgerrechtes  in  Stadt  und  Kreis  zurückgeblieben ­
  waren.  Der  Diakon  Adam  Drusch,  zugleich  Pfarrer
zuTrebendorf,  die  Subdiakonen  Prüschenk,  Fleischmann,  Brandtner,
die  Pfarrer  vom  Lande:  Joh.  Goldner  in  Albenreut,  Michel  Laining
zu  Frauenreut,  Niklas  Frank  zu  Mühlbach  (starb  im  Elende  zu
Liebenstein  1630),  Kaspar  Reinl  in  Nebanitz,  Bernhard  Michel  in
Oberfohma,  Brusch  jun.  in  Treunitz  2 ).  Dessungeachtet  gingen
Monate  vorüber,  ehe  der  Uebertritt  häufiger  Statt  fand.  Bürger
und  Frauen  zogen  Sonntags  über  die  Grenze,  um  im  ersten  Dorfe
dem  protestantischen  Gottesdienste  beizuwohnen.  Lutherische
Bücher  und  Flugblätter  wurden  gekauft,  die  protestantischen
Bürger  hielten  geheime  Zusammenkünfte  3 ).  Auf  den  Vorschlag
der  Reformationscommissäre  erliess  der  Kaiser  den  Befehl,  die
drei  Bürgermeister  Adam  Junker,  Mathes  Dietl,  Wolf  Adam  Pachlielbel,
  den  Syndikus  Dr.  Mundius,  den  Losungsschreiber  Adam
Lemp  wegen  ihres  politischen  Ungehorsams  abzusetzen 4 ).  An
ihre  Stelle  traten  als  Bürgermeister:  Joh.  Brunner,  Paul  Junker,
Hanns  Georg  Meinl,  als  Syndikus  Clemens  Holdörfer,  als  Losungs-J

 )  Fase.  III.  io.
2 )  Sie  nahmen  die  Matrikeln  mit  fort.  Man  musste  später  Tauf-,  Trau-,  Todtenscheine
  von  ihnen  erkaufen.
3 )  Bericht  der  Comm.  14.  März  1629.  Fase.  III.  25.
4 )  3.  April  1629.  Fase.  III.  29.  „Diese  Rathsveränderung  wird  nur  wegen
der  jetzigen  Religionsveränderung  vorgenommen,  die  Privilegien  und  Freiheiten ­
  der  Stadt  sollen  dadurch  nicht  praejudicirt  werden.”
            
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