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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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den  22.  und  28.  September  vorgefordert;  cs  wurde  ihnen  ebenfalls
befohlen,  ihre  Prädikanten  abzuschaffen  und  binnen  2  Monaten  zur
katholischen  Religion  zurückzukehren  oder  zu  emigriren.
Graf  Wrtby  und  Mich  na  blieben  bis  zum  28.  Scptb.  und
reisten  dann  nach  Prag.  Brunner  und  Herttel  setzten  das  Reformationswerk ­
  fort.  Von  den  Bürgern  gingen  viele  in  die  Predigt,
bisweilen  3  bis  400  Personen;  von  den  Rathspersonen  und  „andern
Vornehmem”  ausser  Hanns  Georg  Meinl  wenige.  Die  meisten
bereiteten  sich  zur  Flucht  in  der  Furcht,  dass  man  Kriegsvolk
schicken  werde.  Sch  midi  schrieb  seinem  Vetter:  „es  werden
ihrer  so  viel  ausreissen,  als  man  nimmermehr  gedacht;  ich  sage:
beatus  ille,  qui  procul  negotiis.”  Er  hatte  früher  den  Commissären
vorgestellt,  dass  mit  einer  öden  Stadt  Sr.  Maj.  nicht  gedient  sei;  es
sei  gefährlich  diesen  Ort  als  einen  Schlüssel  des  Königreichs
Böhmen  wüst  zu  machen;  Sachsen  und  der  Markgraf  von  Baireut
suchten  ohnehin  bis  zum  Stadtgrabenzu  kommen 1 ).
Kurz  nach  der  Ahreise  der  beiden  Generalreformations-Commissäre
  AVrtby  und  Michna  kam  an  Bürgermeister  und  Ratli  von
Eger  der  wiederholte  Befehl  von  dem  Kaiser,  den  Commissären
allen  schuldigen  Gehorsam  zu  leisten  und  in  der  Reformation  mit
gutem  Beispiele  voranzugehen;  welche  nicht  gehorchen,  sollen
empfindlich  gestraft  werden  „weil  Wir  uns  eure  selbsteigene
Wolüfart  und  Seelenseligkeit  angelegen  sein  lassen  und  das  heilsame ­
  Reformationswerk  wie  in  unserm  ganzen  Erbkönigreieh  Böheimb
  also  auch  im  Egerischen  Kreis  ohne  einzige  Widersetzlichkeit
oder  etwa  eingebildete  Entschuldigung  befördert  wissen  wollen”.
Der  Kaiser  behielt  sich  die  Strafe  wegen  Nichtpublicirung  der
Landesordnung  und  zugestellten  Reformationspatent,  ebenso  die
Verweigerung  der  Appellation  vor,  wenn  sie  sich  nicht  gutwillig
fügen  würden').  Die  Commissäre  Wrtby  und  Michna  erhielten

zu  Reit/,,  Peter  von  Satzenhoff  zur  Nothenstatt,  Ulrich  Reitenbach  zu  Plessberg,
  Hans  Friedrich  Puchs  von  Winklern  zu  Sternfeld,  Hanns  Wilh.  von
Zedwitz  zu  Liebenstein,  Wolf  Wiih.  Elbögner  zu  Kinsberg,  Frau  Ester  von
Reitzenstein,  die  Herrn  von  S  c  h  ö  n  b  urg  wegen  GrassUtz.  Verzeichnis
der  Lehnsleute  ivie  sie  vor  den  Reformations-Coramissarien  erschienen  sind
Fase.  V.  1.
!)  Oct.  1628  Fase.  111.  I.
~)  9.  Oct.  1028.  Fase.  III.  3.
            
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