Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

23

den,  sie  wären  denn  zum  dritten  Male  vorgefordert”  ‘).  Oie  Informatoren ­
  Hessen  durch  den  Bürgermeister  täglich  20  Personen  vor
sich  laden,  widerlegten  ihre  Zweifel  gegen  die  katholische  Religion,
suchten  sie  zu  bekehren  und  gaben  ihnen  Bedenkzeit.  Es  waren
drei  Termine  bestimmt,  von  1  Monat,  von  14  Tagen,  von  8  Tagen;
nach  Verlauf  der  letzten  stand  noch  ein  Termin  zur  Emigration
offen.  Später  wurden,  da  die  Zeit  nicht  hinreichte,  täglich  40  Personen ­
  vorgeladen.  Die  Commissäre  Hessen  täglich  80  Personen
vor  sieh  bescheiden  und  verlangten  von  jeder  die  kathegorische
Antwort:  „ob  sie  sich  zur  katholischen  Religion  bekennen  oder
emigriren  wolle.  ”  Jede  Antwort  wurde  zu  Protokoll  genommen
und  nach  Prag  geschickt.  Siebefahlen,  Bürgermeister,  Rath  und
Gemeinde  sollen  die  Predigten  Pater  Emerich’s  besuchen.  Der
grösste  Theil  der  Bürger  hatte  kein  Bedenken,  diesem  Begehren
zu  willfahren.  Bürgermeister  und  Rath  wollten  sich  zur  Information ­
  nicht  verstehen.  Die  Stadt  hatte  gleich  nach  der  Ankunft  der
Commissäre  Abgeordnete  nach  Wien  geschickt,  um  den  Kaiser  zu
bitten,  sie  in  freier  Ausübung  ihrer  Religion  zu  lassen  oder  wenigstens ­
  eine  Bedenkzeit  von  einem  Jahre  zu  gewähren;  „als  eine  vom
Reich  zur  Krone  Böhmens  gekommene  Pfandschaft  könnten  sie
doch  nicht  schärfer  als  die  böhmischen  Städte,  welche  3  bis  4  Jahre
Bedenkzeit  erhielten,  gestraft  werden  a ).  Die  Commissäre  riethen
in  einem  Bericht  an  den  Kaiser,  diese  Bedenkzeit  zur  Reformation
oder  Emigration  nicht  zu  gestatten,  weil  in  der  Stadt  und  Vorstädten ­
  nur  24  Katholiken  sich  befänden  und  daher  die  Einwohner
sämmtlich  auswandern  müssten;  der  Rath  sei  grösstentheils  an  der
starren  Weigerung  der  Gemeinde  Schuld,  der  Kaiser  möge  den  Abgeordneten ­
  einen  Verweis  geben  oder  sie  wegen  Ungehorsam  mit
Arrest  bestrafen 3 ).  Auch  die  Ritterschaft 4 ),  die  Burglehensleutc
 J )  und  die  Lohensmannen  der  böhmischen  Krone 6 )  wurden
*)  SehreibenAdamSchmidl’s  von  Seebergan  seinen  Vetter.Oct.  1628.  Fase.  III.  1.
')  Supplik  vom  27.  September  1628.  Fase.  II.  55.
3 )  Relation  der  Ref.  comm.  an  S.  M.  28.  September  1628.  Fase.  1).  57.
4 )  Wolf  Wilhelm  Elbögner  zu  Königsberg,  Hans  Willi,  von  Zedivitz  zu  Liebenstein, ­
  Sigmund  Abraham  von  Trautenberg  zu  Wildstein,  die  Brandtner  zu
Senberg,  Zedwitz  zu  Asch.
5 )  Vom  Adel  7,  Bürger  und  Bauersleute  64.
6 )  4  Brüder  von  Trautenberg,  3  Mulz  von  Walda,  4  Brandt,  Zedrvitz  von  Krugsreit ­
  und  Neuburg,  Adam  Nothhafft  zu  Weissenstein,  Georg  Friedrich  Unruh
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.