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Am Ende der Handschrift: Liber Sermonum Magisterialium
Sacrorum Basileensis et Constantiensis Conciliorum, Gloriosissime virginis
Marie Monasterii Ncwnburgensis Pataviens. Diüces. In persona
Egregii viri, Domini Cholomanni Chnapp de Hyppleins, Dccretorum
Doctoris Canonici et Confratris ejusden Monasterii Eo tempore
Reverendi in Xsto Patris et Bni Dili Sigismundi prepositi uenerabilisque
Sancte Salczburgensis Ecelesie Capituli ac aliorum ejusdein ordinis
et diöcesis septem prelatorum in prefato Basileensi Conciüo oratoris,
eomparatus, seriptus et finitus Sab anno Diii Millesimo Quadringenlesiino
Tricesimo Quarto Sexta Januarii.
Hr. Custos Diemer liest die Fortsetzung seiner „Kleinen
Beiträge zur altdeutschen Sprache und Literatur.”
VI.Bruchstück von Wolfram’s Parzival.
Dasselbe befindet sich in der Bibliothek des 1% Meile nördlich
von Gratz gelegenen Cistercienserstiftes Rein in Steiermark,
das von dem Markgrafen L e o p o 1 d VI. aus den ererbten Gütern
Waldo’s (oder Walfried II. f 1120), des letzten Grafen von
Ituen im Jahre 112S gegründet wurde und in alter Sprache Ruen,
R u n i a, R u i n a oder Rein® hiess.
Unser Fragment besteht aus zwei Pergamentblättern in Klein
folio, die inwendig auf den Deckeln einer lateinischen Handschrift des
15.Jahrhunderts angeklebt waren, und w T ohl noch dem 13. Jahrhundert
angehören dürften. Jede Seite bietet drei Spalten mit je 60
durch Linien getrennten Versen. Es sind deren 724, die nach
Lachmann’s Ausgabe, Berlin 1833, die Absätze von 417,18 bis
429,28 und 441,28 bis 453,20 enthalten. Inzwischen fehlen also
zwölf Abschnitte mit 360 Versen, welche nach unsererHandschrift
gerade ein Blatt ausmachten.
Merkwürdig ist es, dass von diesem Meisterwerke mittelhochdeutscher
Poesie, von dem in Deutschland so viele Handschriften
vorhanden sind, bei uns in Oesterreich, ausser den drei aus Ambras
stammenden der kais. Hofbibliothek,,so viel ich weiss, noch
keine vorgekommen ist, und doch war diese Dichlung Wolfram’s bei
uns nicht minder als seine übrigen bekannt, was aus den häufigen
Beziehungen Seifried Helhling’s (um 1291) z. B. 3, 150. 13, 20-80.
15, 107. 119. 133. 163. hervorgeht. In der Abschrift ist
nichts geändert, die durch das Ablösen verwischten Stellen oder
Buchstaben sind aus Lachmann ergänzt und durch Einschluss-