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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Sitzung  vom  23.  Juli  1851.
Bericht  des  Hrn.  Prof.  v.  Karajan  als  Refereutender  Commission ­
  für  die  Herausgabe  der  Acta  conciliorum  saec.  XF,
Meine  Herren!
Der  durch  Sie  zu  Anfang  des  vorigen  Jahres  erwählte  Ausschuss ­
  für  die  Herausgabe  der  Quellen  zur  Geschichte  der  Kirchenversammlungen ­
  des  fünfzehnten  Jahrhunderts  hat  mich  als  seinen
Berichterstatter  in  der  Sitzung  von  27.  vorigen  Monates  aufgefordert, ­
  der  verehrten  Classe  Rechenschaft  über  die  bisherige
Thätigkeit  desselben  zu  geben.  Ich  entledige  mich  dieses  Auftrages,
indem  ich  einen  verlässlichen  Ueberblick  der  von  Ihrem  Ausschüsse
seit  seinem  ersten  Zusammentritte  gefassten  Beschlüsse  und  der  in
Folge  dieser  unternommenen  Arbeiten  zu  geben  versuchen  werde.
Erlauben  Sie  mir  aber,  dass  ich  vorerst,  der  Oeffentlichkeit
gegenüber,  ein  paar  Worte  sage  über  die  unserem  Beginnen  überhaupt ­
  vorschwebenden,  es  leitenden  und  bestimmenden  Grundgedanken. ­

Während  nämlich  für  die  Geschichte  der  Kirchenversammlungen ­
  früherer  Jahrhunderte  umfassende,  gelehrte,  oft  aus  den
besten,  unmittelbarsten  Quellen  veranstaltete  Sammlungen  längst
bestehen,  ist  für  die  Geschichte  der  kirchlichen  Bewegung  im  fünfzehnten ­
  Jahrhundert,  für  diese  zum  Verständniss  des  im  nächsten
unaufhaltsam  herandrängenden  Sturmes  so  ungemein  wichtige  Zeit,
ungleich  weniger  geschehen.  Was  könnte  es  helfen,  wenn  ich  Ihnen
hier  mit  dürren  Worten  die  Hemmnisse  schilderte,  die  einer  so
wünschenswerthen,  einer  so  nothwendigen,  für  die  Wissenschaft
wie  für  die  Kirche  selbst  gleich  wichtigen  Arbeit,  manchmal  unter
den  nichtigsten  Vorwänden  sich  hindernd  in  den  Weg  stellten.  Es
würde  dies  unser  Unternehmen  nicht  im  geringsten  fördern,  vielleicht ­
  ihm  nur  neue  Feinde  erwecken,  Feinde,  die,  vom  Standpuncte
  der  Wissenschaft  betrachtet,  ihren  eigenen  Vortheil  freilich
nur  sehr  schlecht  verstehen.  Lassen  Sie  uns  daher  über  das  Warum
nicht  weiter  grübeln  und  lieber  darnach  fragen,  wie  das  bis  jetzt
Versäumte,  nach  der  Ansicht  Ihres  Ausschusses,  am  zweckmässigsten
  nachzuholen  sei;  worauf  dieser  vor  Allem  sein  Augenmerk ­
  zu  richten  habe,  um  aus  der  Unmasse  des  aufgespeicherten
            
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