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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Ausser  den  Säulencapitälern  in  der  Gruft,  den  Spuren  der
Fenster  am  Frauenthurm  —  sogenannt  weil  die  Frauen-Glocke
oben  sich  befindet  —  und  den  vier  Glocken  aus  dem  vierzehnten
Jahrhunderte  ist  in  Florian  wohl  nichts  vorhanden  von  den  alten
Bauten,  welche  Zeugniss  von  der  alten  Grösse  geben  ;  auch  hierin
ähnlich  der  Metropolitan-Kirche  in  Salzburg,  die  zu  bauen  der
Erzbischof  Hartwich  vom  im  J.  1009  anwesenden  Kaiser  Heinrich  II.
mächtig  unterstützt  wurde.  Jedoch  von  dem  Münster  in  Salzburg
ist  nichts  mehr  übrig  als  der  Plan  in  der  Abzeichnung,  welche  ein
Benedictiner  von  Andechs  Jacobus  Carolus  gemacht;  diese  istjetzt  im
Museum  Carolino-Augusteum  zu  Salzburg  aufbewahrt 1 ).  Vom  Münster ­
  selbst  aber  ist  keine  Spur  mehr;  Brände,  feindliche  Einfälle,
veränderter  Geschmack,  Baulust  zerstörten  alles,  da  der  Erzbischof
Wolf  Dietrich  alles  Alte  vom  Münster  1598  entfernte;  der  neue
Bau  wurde  von  Max  Sitticus  begonnen  und  von  Guidobald  vollendet.
Aehnliehes  auch  in  Florian.  „Die  1290  geweihte  Kirche  war
„schon  sehr  baufällig;  es  musste  sogar  der  Einsturz  besorgt  werkten. ­
  Probst  David  —  David  Furmann  1667—16S9  —  beschloss,
„nachdem  er  vorher  alle  Theile  derselben,  insbesondere  alle  Denk-„mäler
  und  Grabsteine  hatte  zeichnen  lassen,  das  alte  Gebäude
„niederzureissen,  und  eine  neue  schönere  Kirche  aufführen  zu  lassen” ­
  sagtStülz 2 ).  Leider  waren  vermuthlich  die  vielen  Kriegsunruhen ­
  Veranlassung,  dass  von  diesen  Zeichnungen  nichts  mehr
erübriget,  als  eine  jüngere  Darstellung  des  alten  Stiftes  im  Capitelzimmer,
  welcher  vermuthlich  diese  alten  Zeichnungen  zum  Anhaltspunkte ­
  gedient  haben.  Gewiss  ist  das  Geschick,  das  die  vier
Glocken  aus  dem  Beginne  des  vierzehnten  Jahrhunderts  über  ein
halbes  tausend  von  Jahren  so  helltönend  erhielt,  zu  preisen,  mögen
sie  noch  lange  forttönen  und  guten  Klang  wie  bisher  dem  Hause
geben,  das  sie  schuf  und  erhielt;  denn:
„Was  unten  tief  dem  Erdensohne
Das  wechselnde  Verhängniss  bringt,
Das  schlägt  an  die  metallne  Krone,
Die  es  erbaulich  weiter  klingt”
sagt  der  seelenvolle  Dichter.

*)  Herzogthum  Salzburg,  beiin  Kunsthändler  Schon.  Gezeichnet  von  Pezolt.
S)  A.  a,  0.  S,  153,
            
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