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Ausser den Säulencapitälern in der Gruft, den Spuren der
Fenster am Frauenthurm — sogenannt weil die Frauen-Glocke
oben sich befindet — und den vier Glocken aus dem vierzehnten
Jahrhunderte ist in Florian wohl nichts vorhanden von den alten
Bauten, welche Zeugniss von der alten Grösse geben ; auch hierin
ähnlich der Metropolitan-Kirche in Salzburg, die zu bauen der
Erzbischof Hartwich vom im J. 1009 anwesenden Kaiser Heinrich II.
mächtig unterstützt wurde. Jedoch von dem Münster in Salzburg
ist nichts mehr übrig als der Plan in der Abzeichnung, welche ein
Benedictiner von Andechs Jacobus Carolus gemacht; diese istjetzt im
Museum Carolino-Augusteum zu Salzburg aufbewahrt 1 ). Vom Münster
selbst aber ist keine Spur mehr; Brände, feindliche Einfälle,
veränderter Geschmack, Baulust zerstörten alles, da der Erzbischof
Wolf Dietrich alles Alte vom Münster 1598 entfernte; der neue
Bau wurde von Max Sitticus begonnen und von Guidobald vollendet.
Aehnliehes auch in Florian. „Die 1290 geweihte Kirche war
„schon sehr baufällig; es musste sogar der Einsturz besorgt werkten.
Probst David — David Furmann 1667—16S9 — beschloss,
„nachdem er vorher alle Theile derselben, insbesondere alle Denk-„mäler
und Grabsteine hatte zeichnen lassen, das alte Gebäude
„niederzureissen, und eine neue schönere Kirche aufführen zu lassen”
sagtStülz 2 ). Leider waren vermuthlich die vielen Kriegsunruhen
Veranlassung, dass von diesen Zeichnungen nichts mehr
erübriget, als eine jüngere Darstellung des alten Stiftes im Capitelzimmer,
welcher vermuthlich diese alten Zeichnungen zum Anhaltspunkte
gedient haben. Gewiss ist das Geschick, das die vier
Glocken aus dem Beginne des vierzehnten Jahrhunderts über ein
halbes tausend von Jahren so helltönend erhielt, zu preisen, mögen
sie noch lange forttönen und guten Klang wie bisher dem Hause
geben, das sie schuf und erhielt; denn:
„Was unten tief dem Erdensohne
Das wechselnde Verhängniss bringt,
Das schlägt an die metallne Krone,
Die es erbaulich weiter klingt”
sagt der seelenvolle Dichter.
*) Herzogthum Salzburg, beiin Kunsthändler Schon. Gezeichnet von Pezolt.
S) A. a, 0. S, 153,