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Die grosse Glocke in Wien wurde zum ersten Male geläutet
als Kaiser Karl VI. als gekrönter römisch-deutscher Kaiser seinen
Einzug in Wien und in St. Stephan hielt, den 20. Jänner 1712.
Nach dieser grossen Glocke zu Wien rühmt man noch die zu
Moskau, Berlin, zu Erfurt, zu Rouen, zu Baris, Lyon, Toulouse,
zu Schaffhausen v. J. I486; ferner die zu Mailand, Pavia, Loretto.
X. XI.
Ausser den Glocken auf den zwei Kirchthürmen sind in St.
Florian noch zwei Glocken auf demThnrme über dem Einfahrt-Thore,
die jedoch weder zum Läuten gebraucht werden noch werden können;
sie sind glockenartige Schellen übereinander gestellt. Sie dienen, damit
die Uhr fünf Minuten vor der richtigen Zeit die Stunden und die
Vierteln der Stunden mit dem Hammer darauf schlägt. Die kleinere
dieser Schellen, die in einer andern Lage zur Glocke gebraucht werden
konnte und vielleicht einmal dazu diente, trägt die Namen der
vier Evangelisten mit Schrift aus dem vierzehnten Jahrhunderte:
MAR CVS ■ MATH6VS • IOIIANNGS • LVCAS.
XII. XIII.
Beim Beginne des Marktes Florian auf dem Wege von Enns
zum Stifte strömt eine reichliche Quelle aus dem Berge, auf welchem
das Stift westlich liegt; aus dieser Quelle sollen die Thiere
getrunken haben, welche den Leichnam des heil. Florian führten;
über der Quelle steht eine alterthümliche Capelle, aus deren Oberbau
das Wasser zu Tage fliesst, im Thurme dieser Capelle hängen
zwei Glocken, von denen eine die Schrift trägt:
MARTIIIN FIDLER IN LINZ GOS MICH 1648.
Die andere:
LEOPOLD GAMMEL GOS MICH IN LINZ.
XIV.
Ein Haus ausserhalb des Stiftes, welches für die Geburfsstätte
des nachherigen Probstes Peter III. (1508—1543) gilt, in dessen
Capelle ein schöner aus Holz geschnitzter Altar aufgestellt ist,
trägt eine Glocke, die vermuthen Hesse, dass sie alt sei; sie ist
jedoch sehr neu, denn auf ihr ist folgende Inschrift:
IOHANN LEOPOLD GAMMEL GOSS MICH IN LINZ ANNO 1813.
Da der Markt St. Florian im J. 1813 abbrannte, so ist wahrscheinlich
die ältere Glocke geschmolzen, und dcsshalb diese neue
hingekommen.