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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Die  grosse  Glocke  in  Wien  wurde  zum  ersten  Male  geläutet
als  Kaiser  Karl  VI.  als  gekrönter  römisch-deutscher  Kaiser  seinen
Einzug  in  Wien  und  in  St.  Stephan  hielt,  den  20.  Jänner  1712.
Nach  dieser  grossen  Glocke  zu  Wien  rühmt  man  noch  die  zu
Moskau,  Berlin,  zu  Erfurt,  zu  Rouen,  zu  Baris,  Lyon,  Toulouse,
zu  Schaffhausen  v.  J.  I486;  ferner  die  zu  Mailand,  Pavia,  Loretto.
X.  XI.
Ausser  den  Glocken  auf  den  zwei  Kirchthürmen  sind  in  St.
Florian  noch  zwei  Glocken  auf  demThnrme  über  dem  Einfahrt-Thore,
die  jedoch  weder  zum  Läuten  gebraucht  werden  noch  werden  können;
sie  sind  glockenartige  Schellen  übereinander  gestellt.  Sie  dienen,  damit ­
  die  Uhr  fünf  Minuten  vor  der  richtigen  Zeit  die  Stunden  und  die
Vierteln  der  Stunden  mit  dem  Hammer  darauf  schlägt.  Die  kleinere
dieser  Schellen,  die  in  einer  andern  Lage  zur  Glocke  gebraucht  werden ­
  konnte  und  vielleicht  einmal  dazu  diente,  trägt  die  Namen  der
vier  Evangelisten  mit  Schrift  aus  dem  vierzehnten  Jahrhunderte:
MAR  CVS  ■  MATH6VS  •  IOIIANNGS  •  LVCAS.
XII.  XIII.
Beim  Beginne  des  Marktes  Florian  auf  dem  Wege  von  Enns
zum  Stifte  strömt  eine  reichliche  Quelle  aus  dem  Berge,  auf  welchem ­
  das  Stift  westlich  liegt;  aus  dieser  Quelle  sollen  die  Thiere
getrunken  haben,  welche  den  Leichnam  des  heil.  Florian  führten;
über  der  Quelle  steht  eine  alterthümliche  Capelle,  aus  deren  Oberbau ­
  das  Wasser  zu  Tage  fliesst,  im  Thurme  dieser  Capelle  hängen
zwei  Glocken,  von  denen  eine  die  Schrift  trägt:
MARTIIIN  FIDLER  IN  LINZ  GOS  MICH  1648.
Die  andere:
LEOPOLD  GAMMEL  GOS  MICH  IN  LINZ.
XIV.
Ein  Haus  ausserhalb  des  Stiftes,  welches  für  die  Geburfsstätte
des  nachherigen  Probstes  Peter  III.  (1508—1543)  gilt,  in  dessen
Capelle  ein  schöner  aus  Holz  geschnitzter  Altar  aufgestellt  ist,
trägt  eine  Glocke,  die  vermuthen  Hesse,  dass  sie  alt  sei;  sie  ist
jedoch  sehr  neu,  denn  auf  ihr  ist  folgende  Inschrift:
IOHANN  LEOPOLD  GAMMEL  GOSS  MICH  IN  LINZ  ANNO  1813.
Da  der  Markt  St.  Florian  im  J.  1813  abbrannte,  so  ist  wahrscheinlich ­
  die  ältere  Glocke  geschmolzen,  und  dcsshalb  diese  neue
hingekommen.
            
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