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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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mit  dem  Erzbisthiime  Salzburg  zusammengestellt  werden.  So  die  erwähnten ­
  Glocken  von  Florian  mit  dem  grossen  Taufbecken  im
Dome  zu  Salzburg,  dessen  Gestalt  folgende  ist:  Vier  Löwen  aus
Bronze  liegen  auf  einem  marmornen  griechisch-gekreuzten  Fussgestelle.
  Auf  ihren  Rücken  ruht  fast  schwebend  eine  seichte,  nach
oben  sich  erweiternde  Schale  von  4'  2"  Durchmesser  Die  Aussenseite
  umgeben  sechzehn  Bogenreihen,  inner  welchen  sechzehn
Bischöfe  in  ihrem  Ornate  stehen,  auf  dem  Bogen  ist  immer  ihr
Name  geschrieben,  unter  denselben  befindet  sich  der  heil.  Augustinus, ­
  nach  dessen  Regel  damals  die  Domherrn  vereint  lebten.
Am  obersten  Rande  der  Schale  liest  man  drei  leoninische
Hexameter:
SVM  VAS  EX  AERE  FACTVM  PECCATA  DELERE
PER  ME  FIT  SACRI  PVRGATIO  VERA  LAVACRI
PVRGATVR  TOTVM  QVOD  SIT  BAPTISMATE  LOTVM.
Daran  schliesst  sich:
M.  h.  e.  FRIED 2 )  ME  FECIT  ANNO  DNI  MCCCXXI.
Am  unteren  Rande  abermals  drei  leoninische  Verse:
GRATIA  DIVINA  PECCATORVM  MEDICINA
MVNDA  MENS  FIAT  FONTIS  VNDA;
LEX  VETVS  ERRAVIT  NOVA  LEX  ME—SANCTIFICAVIT.
Nach  dieser  Digression  von  Salzburg  wieder  auf  den  alten
Thurm  zu  Florian  zurückkehrend,  der  in  seiner  alten,  nur  hie  und
da  etwas  sichtbaren  Form  ebenfalls  ein  Werk  des  vierzehnten  Jahrhunderts ­
  zu  sein  scheint,  trifft  man  ausser  diesen  beschriebenen

der  Urkunde,  dass  der  Pfarrer  Albert  von  Waldkirchen  wahrscheinlich
ein  Wohltliäter  der  Glocken  gewesen.  Die  Glocken  v.  J.  1318  und  die
Urkunde  v.  J.  1321  stehen  daher  in  einem  merkwürdigen  sich  gegenseitig
erklärenden  Zusammenhänge,  wesshalh  Kunst  und  Industrie  für  Geschichte
immer  sehr  lehrreich  sind.
*)  Erinnert  in  der  künstlerischen  Auffassung  an  das  grosse  Meerbecken,
weiches  die  zwölf  Ochsen  stützen,  auf  den  prachtvollem  Niello  -  Antipendium
  zu  Klosterneuburg.  Die  mit  der  Taufe  Christi  zugleich  vorgestellten
Bilder,  als  die  Prototypen  derselben,  sind  die  aus  Aegypten  geführten
Israeliten  und  eben  benanntes  Meer.  Arnelh,  ,,Das  Niello-Antipendium  zu
Klosterneuburg.  Wien  1844,  S.  17.  —
2 )  Der  Erzbischof,  der  obgenanntes  Becken  machen  liess,  war  Friedrich  III.,
welcher  v.  J.  1315  —1338  regierte;  er  war  ein  treuer  Freund  und  Bundesgenosse ­
  Friedrich’s  des  Schönen  von  Oesterreich,  der  diesem  auch  seine
Mannen  zur  Schlacht  von  Mühldorf  1322  zuführte.  —  Herzogthum  Salzburg, ­
  bei  Schön,  das  Becken  gezeichnet  von  Pezolt.  —
            
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