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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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und  den  dieselbe  begränzenden  Berg  überschritten,  in  der  Mulde
zwischen  diesem  Berge  und  dein  nächsten,  unfern  dem  Silberfaden
der  Landstrasse,  links  ein  mächtiges  Gebäude,  von  3  Thürmen
überragt.  Sobald  er  dieses  erreicht  und  die  Thürme  über  ungefähr ­
  240  i)  Stufen  erstiegen  bat,  und  auf  den  Weg  rückwärts
schaut,  den  er  eben  gekommen,  so  bemerkt  er  in  ferner  Begränzung
  vor  sich  den  grossen  und  kleinen  Oetscher,  den  er  schon
mehrmals  gesehen;  er  sieht  die  Hackenmauer,  die  Hirschwand,  die
Sonnenwandmauer,  den  kleinen  Priel,  die  Teufelsmauer,  den  grossen
Priel,  die  Falkenmauer,  die  Almseerberge,  den  Eilfer-,  den  Zwölfer-, ­
  den  Einser-Kogel;  die  Spitze  des  Dachsteines,  den  vor  allen  im
Lande  ob  der  Enns  merkwürdigen  Berg,  den  dortigen  Wetterpropheten, ­
  den  Traunstein,  an  dessen  Fuss  einer  der  malerischesten  Seen
des  herrlichen  Landes  sein  Gewässer  ausbreitet;  man  erspäht  noch
den  Kranawetsattel,  das  zwischen  dem  Ginundener  und  Attersee
schaurig  aus  zerissenem  Kalkgesteine  hingestreckte  Höllengebirge,
den  weite  Umschau  im  Lande  darbietenden  Schafberg,  bis  hin  zum
hohen  Göll  und  den  Watzmann.  So  viele  dieser  Berghäupter  gehören
zum  Urgestein  der  Schöpfung,  dem  Granit,  die  vorderen  sind  Kalkmassen, ­
  deren  weisser  Schimmer  mit  dem  des  häufigen  Schnees
merkwürdig  wetteifert.  Den  Vorgrund  bilden  angeschwemmte
Schlierhügel,  wie  Florian  selbst  auf  einem  ähnlichen  liegt,  von
Aeckern,  Wäldern  und  Wiesen  in  den  Tiefen  wundersam  freundlich
bedeckt.  Dieser  terrassenförmige  Bau  des  Landes  gewährt  ihm  hohen ­
  Reiz.  Sich  von  der  Aussicht,  welche  die  hohen  Alpen  gegen
Süden  bilden,  nordwärts  wendend,  erblickt  man  die  grossen  Granitmassen, ­
  welche  das  Donau-Becken  von  dem  der  Moldau  scheiden, ­
  und  deren  bedeutendere  Höhen,  die  der  Pöstling-,  der  Lichten-,
der  Pfennig-,  der  Luftenberg  heissen.  Hinter  diesen  Granit-Bergen
wohnt  an  den  bräunlichen  Bächen  die  frische  Jugend,  welche  dem
Kaiserhause  und  dem  Vaterlande  so  viele  tapfere  Streiter,  welche
in  der  jüngsten  Zeit  grösstentheils  das  zehnte  Jägerbataillon,  der
zehnten  Legion  Cäsar’s  vergleichbar,  in  die  Reihen  des  kaiserlichen
Heeres  gestellt  hat.

*)  Der  Thurm  mit  der  grossen  Glocke  zählt  bis  zu  dieser  245  Stufen  einer
fliegenden  Stiege;  der  Frauenthurm  337.
            
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