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„Mähren wichtigste. Da ich jedoch auchWallenstein’s Verhält-„niss
gerne beleuchtet wissen wollte, fing ich an, Herzog Rern-„hards
von Sachsen (Weimar) Correspondenz aus den Jahren 1632,
„1633 und 1634 durchzugehen. Welche Schätze! Ich fand nicht
„nur Beweise gegen die häufigen Verräther im kaiserlichen Heere,
„ich fand die sämmtlichen Unterhandlungen zwischen Wallenslein
„und den Schweden. Von dem Augenblicke an, als Duca de Feria
„ans Italien aufbrach , sinnt Wallenstein auf Verrath und lässt den
„2. September 1633 (ich vermuthe stylo veteri) nebst Auseinandersetzung
seiner Motive, die Unterwerfung durch Arnheimb an-„tragen,
zugleich mit der Angabe eines Planes, wie Oesterreichs
„Macht mit einem Schlage zu vernichten, Oxenstjerna wollte
„schon damals in die Pläne eingehen, doch Bernhard von Sachsen,
„misstrauisch gegen Wallenstein’s Absicht, brachte den Reichskanzler
auf andere Meinung. Achtzehn Briefe, die den Gegenstand
„ins klare Licht setzen, habe ich copirt. In letzter Zeit diente Ilo
„als Unterhändler und Bernhard war bereits gewonnen, da kam
„der Schlag zu Eger. Wallensteins Schuld wäre sohin vollkom-„men
erwiesen. Gallas hat den ganzen Plan dem Kaiser verrathen.”
„Ein anderer für mich wuchtiger Gegenstand ist die sichere
„Festsetzung der oft behaupteten und oft bestrittenen Angabe, dass
„drei Schiffe mit Mährens und Böhmens Bibliotheken in der Ostsee
„untergingen. Die durch Königsmark geraubten Bücherschätze
„gingen überHamburg nach Schweden; Rottlin begleitete 30 Ki-„sten
(lurar, schwedisch) „och en stör miingd dykbura taflor”,
„also auch die Gemälde und andere Kostbarkeiten, nach Schweden.
„Einen gewissen Johann von Borso nobilitirte die Königin Christine
„durch ein Diplom de dato 6. November 1652, weil er die Einpak-„kung
der mährischen Bibliothek und ihre Ueberschiffung besorgt
„hatte. (Celsius citirt ebenfalls dieses Diplom, ohne es jedoch ge-„seheu
zu haben.) — Leider aber nirgends eine Spur, ob Diplome
„und ältere Handschriften nach Schweden gewandert sind, und
„doch musste dies der Fall gewesen sein, da 1719 durch Johann
„von Nostitz 133 Stücke Urkunden von den Schweden ausgelöst
„wurden!”
„Ich warte mit grosser Spannung auf die Nachrichten aus
„Lund, wohin eben in unsern Tagen die grosse de la Gardic’sche
„Sammlung aus Löbeö gekommen ist.”