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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Dieses  Denkmal  wurde  von  St.  Martin,  einer  Filiale  von
St.  Michael  im  Lungau,  wo  es  in  der  Mauer  des  Friedhofes  für
ungetaufte  Kinder  sich  befand,  in's  Museum  Carolino-Augusteum
zu  Salzburg  im  Monate  Mai  d.  J.  gebracht.
Tafel  V.
Dieses  Monument  ist  vermuthlich  so  wenig  gut  erhalten,
dass  selbst  ein  so  guter  Künstler,  wie  Herr  Pezolt,  nicht  so
bestimmt  die  Vorstellung  aulfassen  und  wiedergeben  konnte,  dass
ihre  Deutung  nicht  zweifelhaft  würde.  Wie  diess  Monument  .hier
vorgestellt  ist,  so  lässt  dasselbe  eine  dreifache  Auslegung  zu:  die
eines  Mithras-Monumentes;  Mithras  erscheint  bekanntlich  häufig
in  der  Stellung  das  linke  Knie  auf  den  Stier  setzend,  in  der
rechten  Hand  immer  im  Begriffe,  den  Dolch  dem  Stier  in  die
Brust  zu  senken;  der  rückwärts  sichtbare  Rabe  deutet  ebenfalls
auf  Mithras,  wie  die  das  Firmament  darstellende  Bogenform  des
Monumentes.  Auf  Theseus,  wie  einige  glauben,  ist  der  Stein
nicht  auszulegen;  denn  Theseus  hält  stets  die  Keule  und  nicht
einen  Lagobolus.  So  ähnlich  übrigens  die  Stellung  mit  dem
bekannten  Werke  des  Canova  zu  Wien  ist,  die  den  Kampf  des
Theseus  mit  dem  Kentaar  vorstellt,  so  muss  man  bedenken,  dass
eine  Auslegung  neuer  Werke  aus  alten,  aber  nicht  alter  aus  neuen
zulässig,  ist.  Es  bleibt  also  die  dritte  Erklärung  noch  übrig:  mir
scheintfast  eine  gewöhnliche  Jagdscene  das  wahrscheinlichste.  Die
Jagd,  das  Symbol  des  menschlichen  Lebens,  ist  dargestellt,  indem
ein  Jüngling,  den  Lagobolus  erhebt,  im  Begriffe,  denselben  auf  ein
wahrscheinlich  voranlaufendes  Thier  zu  schleudern,  das  ein  Hund
aufgestöbert  hat,  welchen  der  Jüngling  mit  der  linken  Hand  zurückzuhalten ­
  sich  bemüht.
Wie  Tafel  III  von  St.  Martin  in’s  Museum  zu  Salzburg  gekommen. ­

Tafel  VI.
Enthält  die  Zeichnungen  von  erst  unlängst  dem  Museum  zu
Salzburg  zugewachsenen  Gegenständen  ,  die  mir  Herr  I J  e  z  o  11
mittheilte.
1.  Messer  aus  Eisen;  in  halber  Grösse.
2.  Handring;  alles  folgende  ist  aus  Bronze  und  in  der  Grösse
des  Originals.
            
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