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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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iliica.  Doch  die  Annahme  einet-  diessfälligen  Verfälschung-  durch
den  Malerund  Architekten  Pirro  Ligorio  aus  Neapel,  der  durch
seine  künstlerische  Charlataneric  und  gelehrten  Betrügereien  berüchtigt ­
  wurde,  ist  undenkbar,  da  er  wohl  nie  über  die  Alpen  gekommen ­
  und  diese  Inschrift  nach  seinem  Tode  (-J-  tun  1586  zu
Rom)  aufgefunden  worden  ist.
Des  Herrn  v.  Raiser  Deutung  der  Worte  .  LEG  .  III.  IT  AL.  F
GORDIAN  —  filius  Gordiani,  ist  durchaus  unrichtig,  sie  sind  zu
lesen:  LEG.ionis  III.  ITAL.icae  F.idelis  GORDIANae.
Die  Zeit  der  Verfertigung  dieser  Votiv-Ara  fällt  etwa  in
die  Mitte  des  dritten  Jahrhunderts  christlicher  Zeitrechnung.
Gordiani.  und  II.  waren  nur  wenige  Wochen  Maximin’s  Gegenkaiser, ­
  und  Gordian’s  II.  Sohn,  Gordian  III.,  regierte  von  238—244.
4.  Nun  erübrigt  BE.CO  zu  besprechen.  Diese  Chiflern  bezeichnen ­
  BEneficiarius  COnsularis.  Bencficiarius  sc.  miles
ist  derjenige  Soldat,  der  durch  (beneficio)  den  Consul,  Tribun,
Praefecten  etc.,  kurz  durch  seinen  Commandanten  gewisse  Vorzüge ­
  (bcneficia)  genoss,  die  theils  in  Befreiung  von  der  ihm  zukommenden ­
  Dienstleistung,  als  Wasser-,  Holz-,  Futterholen  und
dergl.,  theils  in  Beförderung  zu  höherem  Range,  im  Avancement
bestanden.  Ein  solcher  Beneficiarius,  Gefreiter  oder  Avancirter
war  unser  SeveriusSeveriauus.  So  hat  Professor  v.  Ilefner
mehrere  Inschriften  mit  beneficiarius  consulis  oder  consularis,  die
auf  römischen  Denkmälern  in  Bayern  gefunden  wurden,  mitgetheilt.
cf.  de  Wal.  N.  CCXXXIII.  CCXCVI  und  CCXCV1I.
5.  Den  Schluss  s.  L.  deutet  von  Raiser:  SibiLegit  sc.  locum.
Dass  diese  letzte  Zeile  S.  L.  aufzulösen  ist:  Solvit  Libens,  scheint
mir  keinem  Zweifel  unterworfen;  die  Chiffern  V.  S.  L.  M.  gehören
zu  den  bekanntesten  und  constantesten,  die  auf  lateinischen  Inschriften ­
  Vorkommen.
Ich  lese,  ergänze  und  erkläre  diese  Inschrift:
IN  II.  onorem  D.omus  D.ivinac
DEO  MERCVR'O
ARCECIO  EX  VO
TO  ARAM  POSV1T
SEVERIVS  SEVE
RIANVS  SVB  COS  (consulari  sc.  legato)
LEG.  Ionis  III  ITAL.  icae  F.  idelis
GORDIAN.se
BE.  neficiarins  CO  .nsularis
S.  olvit  L.ibens.
            
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