230
aram posuit Severius Severianus Suboptio consularis legionis tertiae
italicae filius Gordiani beneficiarii consularis sibi legit (locum)”.
Das ist: „Zur Ehre des kaiserlieben Hauses hat Severius
Severianus, einUnter-Officier in der dritten italischen Legion
im Solde eines Consuls, ein Sohn des Gordians eines Consular-Gardisten,
diesen Altar aus Gelübde dem (die Strassen und den
Handel) schützenden Gotte Merkur (von „arceo” nach Welser)
errichten lassen, und den Platz hiezu gewählt.”
Wenn wir das Einzelne dieser Inschrift besprochen und beleuchtet
haben, wollen wir am Schlüsse unsere Erklärung und
Uebersetzung versuchen.
Literatur des Denkmals. Marci Ve 1 seri rerum Augustanarum
libri octo. Venetiis 1594. pag. 271. — Gruteri corpus
Inscript. Amstelod. 1707. Tom. I. pag. LIII. 19. — Gustav
Schwab’s Bodensee. Stuttgart und Tübingen 1827. S. 412. —
Orelli Inscript, latinae. Turici 1828. Tom. I. N. 1414. — Dr.
v. Raiser’s Ober-Donau-Kreis im Königreiche Bayern unter den
Römern. Augsburg 1830. S. 27. — Vorarlberg aus den Papieren
des seligen Weizenegg er von Meinrad Merkle. Innsbruck
1839. Bd. II. 265.
Geschichte des Denkmals. Die erste Nachricht von demselben
gibt der gleichzeitige gelehrte Marcus Welser, indem er
sagt: Brigantii repertum. Doch später wurde es über den See
nach Lindau gebracht. Es versichert nämlich der am 25. August
1670 verstorbene Mehrerauer Prior Franz Ramsperg, dieses
von Welser beschriebene Denkmal im J. 1658 zu Lindau im
Hause des Bürgermeisters Bartel gesehen zu haben. Unter Kaiser
Joseph II. soll es nebst andern Alterthüraern nach Wien gebracht
worden sein. Ich kann hier dasselbe ungeachtet aller Mühe weder
unter den Inschriftsteinen im Eingänge zur kaiserlichen Hofbibliothek
noch in der Sammlung im untern k. k. Belvedere auffinden.
Ich bezweifle sehr, dass der Stein, dessen Form und Grösse
unbekannt sind, wieder von Lindau nach Bregenz, und von da gar
nach Wien geführt wurde. Vielleicht ist er noch in Lindau irgendwo
eingemauert aufzuspüren.
1. Welser fügt am angeführten Orte S. 271 der Inschrift
nur die Worte bei: „An Arcecius a malis arcendis, quomodo
Dii depulsores? Hoc ut aliis placeat, mihi valde displicet, Sed