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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Die  zu  Bregenz  im  Jahre  1590  aufgefundene  Votiv-Ara  des
Mercurius  Arcecius.
Bei  dem  Baue  der  neuen  Strasse  am  Oelrain,  wo  höchst
wahrscheinlich  auch  die  alte  Begräbnisstätte  gewesen,  fand  man
^  in  neuester  Zeit  nicht  nur  Münzen  der  römischen  Kaiser  Antoninus
Pius,  Gordianus  etc.,  sondern  auch  mittelalterliche  Bracteaten  von
der  nahen  reichsfürstlichen  Frauenabtei  Lindau,  von  Basel,  dann
mit  dem  Lamme  (von  Brixen  oder  Prüm?);  ferner  fand  man  Urnen, ­
  Thränenfläschchen  und  Lampen,  deren  eine  das  WortFORTIS  *)
trägt.  Besonders  interessirten  mich  zwei  daselbst  ausgegrabene
Schädel  mit  überaus  niedrigen  und  flachen  Hirnschalen,  Alle
diese  Stücke  sind  im  obern  Zimmer  des  Herrn  Fabricanten
Schwär  zier  vorsichtig  vor  Verschleppung  und  Zerstreuung
verwahrt.
Wir  wollen  die  im  Jahre  1590  an  diesem  Oelrain  gefundene,
dem  Mercurius  Arcecius  geweihte  Ara,  meines  Wissens  den
einzigen  römischen  Inschriftstein  in  Vorarlberg,  näher  be-,
  sprechen  und  zu  erklären  versuchen:
IN  .  H  .  D  .  D
DEO  .  MERCVRIO
ARCECIO  .  EX  VO
TO  .  /RAM  .  POSVIT
SEVERIVS  .  SEVE
RIANVS  .  SVB  .  COS
LEG  .  III  .  ITAL  .  F
GORDIAN
BE  .  CO
S  .  L.
Herr  Dr.  von  Raiser  liest  und  interpretirt  diese  Inschrift:
„In  honorem  divae  domus  Deo  Mercurio  areecio  ex  voto
J )  Das  ist  der  Name  des  Töpfers  ;  fünf  Lampen  mit  demselben  Namen  verwahrt
  das  Museum  in  Regensburg.  S.  Verhandlungen  des  historischen  Vereines ­
  von  Oberpfalz  und  Regensburg  für  1849.  S.  70  u.  80.  Vgl.  das  römische ­
  Baiern  von  Dr.  v.  Hefner.  München  1842.  S.  47.  Auch  das
*  k.  k.  Münz-  und  Antikenkabinet  verwahrt  eine  Grablampe  mit  „FORTIS”,
die  in  Wien  am  Wien-Neustädter  Canale  1849  mit  andern  antiken  Gegenständen ­
  gefunden  wurde;  sogar  in  Salona  fand  man  1848  vier  solche
Lampen  mit  „FORTIS”.  S.  Joh.  Gabr,  Seidl f s  Beiträge  zu  einer  Chronik
der  archäologischen  Funde  in  der  österreichischen  Monarchie,  in  dem  von
der  kaiserlichen  Akademie  der  Wissenschaften  herausgegebenan  Archive
für  Kunde  österreichischer  Geschichtsquellen  1849.  Bd.  II.  S.  3  und  42.
Sitzb.  d.  phil.  hist.  CI.  VII.  Bd.  II.  Hft.  16
            
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