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Wir (Rudolf II.) haben in Anbetracht des uralten adeligen
ritterniässigen Geschlechtes von Schauenstein 1 ) wie auch des
alten Freiherrenstaudes der von Ehrenfels 3 ), darin sie seit etlichen
hundert Jahren in ehrlichen, löblichen, tapfernund ritterlichen
Thatenherkommen, sonderlich aber der angenehmen, getreuen, aufrichtigen
uud ansehnlichen Dienste wegen, die Uns, dem h. römischen
Reich und Unserm löblichen Hause Oesterreich unser lieber
getreuer Thomas von Schauenstein und Ehrenfels Ritter
etc. in unterschiedliche AVege zur Fortpflanzung (sic) der ewigen
Erbeinigung 3 ), die unser löbliches Ilaus Oesterreich mit den
drei Bünden hat, und zur Erhaltung guter nachbarlicher Corrcspondenz
nach emsig ungespartem, aufrichtigem, wohlgemeintem
Fleiss und Vermögen, mit sonderbarem Verstand und Geschicklichkeit
geleistet hat, kurz in gnädigster Anerkennung seiner vortrefflichen
Qualitäten und erzeigter treuer Dienste aus besonderer
Gnade ihn und alle seine ehelichen Leibeserben, ihres Namens und
Standes, Manns- und Frauenspersonen in den Freiherrnstand
seiner Altvordern derer von Ehrenfels von neuem angenommen,
und sie aus römisch-kaiserlicher Machtvollkommenheit in den Stand
der gebornen Herren, Freiherren, Freiinnen und Fräulein erhoben,
gefreit und gewürdigt, auch andern Unsern und des Reichs, und
Unserer Königreiche und Erblande gebornen Herren, Freiherren
und Freiinnen gegleicht (sic) und zugesellet, als ob seine Altvorfahren
von Ehrenfels den Freiherrnstand verlassen, und sie von
ihren vier Ahnen zu väterlicher und mütterlicher Seiten rechtgeborne
Herren, Freiherren und Freiinnen wären.
Ueberdiess und zu noch mehrerer Erkenntniss der guten Qualitäten
des mehrgedachten von Schauenstein Ritters etc. haben
*) Schauenstein, im Hochgerichte Tusis und Heinzenberg gelegen, ist
die Stammburg dieser alten Familie, die schon 1060 als Freiherrlicb
Vorkommen soll. Bruno, von 1179—1180 Bischof zu Chur soll derselben
angehören.
2 ) Ehrenfels, nahe bei Sils im Hochgerichte Domlesclig, liegt in Trümmern.
Egino von Ehrcnfels war von 1160—1170 Bischof zu Chur, und
erhielt zuerst von Kaiser Friedrich I. den Titel Fürst „Princeps noster”
laut Diplomes vom 16. Mai 1170. Eichhorn Episcop. Curicns. pag. 80.
3 ) Vom 15. Dec. 1518, abgedruckt in den Wiener Jahrbüchern der Literatur.
Bd. 83. Anseigeblatt S. 35—40.