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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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gelegenen  Burgruinen  Liechtenstein!)  und  Grottenstein 2 )
sarnmt  der  Nachbarschaft  Patänia 3 )  eine  ganz  unabhängige  Freiherrschaft, ­
  die  von  deinHause  v.  Schauenstcin-Ehrenfels  an  das
von  Salis  übergieng  und  seit  1568  unter  graubündenscheni  Schutze
bis  zum  Jahre  1798  stand,  in  welchem  durch  die  Revolution  und
die  Napolconische  Mediation  im  Jahre  1803  alle  herrschaftlichen ­
  Rechte  mit  Vorbehalt  des  Eigenthumsrechtes  und  der  loskäuflichen ­
  Zinse  und  Zehnten  aufgehoben  wurden.  In  dem  Schlosse
Haldenstein  hatten  Martin  Planta  und  Peter  Nesemann  im  J.  1761
das  bekannte  Philanthropin  errichtet,  das  aber  1770  durch
den  Minister  von  Salis-Marschlins  nach  Marschlins  verlegt,  und
aus  Mangel  an  Unterstützung  1777  aufgelöst  wurde.
I.
Gottlieb  Emanuel  von'Haller  in  seinem  Schweizerischen,
Münz-  und  Medaillencabinet.  Bern  1781,  Bd.  II,  S.  422  berichtet,
dass  Kaiser  Rudolf  II.  ddo.  Prag  am  6.  Juni  1611  den  jeweiligen
Besitzern  der  Herrschaft  Haldenstcia  das  Recht,  kleine  und
grosse,  silberne  und  goldene  Mün  z  en  zu  prägen  ertheilt  habe.
Ich  suchte  in  den  Reichsacten  im  Archive  des  k.  k.  Ministeriums
des  Innern  nach  dem  Diplome  dieser  Verleihung  vom  6.  Juni
1611  und  fand  daselbst  nur  eine  vidimirte  Abschrift  ddo.  Wien
30.  März  1844  aus  dem  Reichsregistratenbuche  K.  Rudolfs  II.
Lib.  IV.  de  anno  1607  —  1612  sub  rubrica  „Privilegia  generalia”
pag.  452.
Dieses  Diplom  vom  6.  Juni  1611  enthält  die  Wiedereinsetzung
des  Thomas  v.  Schauenstein,  Ritters,  für  sich  und  seine  ehelichen
Nachkommen  in  den  von  seinen  Vorältern  geführten  Freiherrnstand ­
  mit  dem  Namen  und  Titel:  Thomas  von  f§cliawcnsteiii,
Freiherr  von  Ehreniels,  H  e  r  r  zu  Maldcnstein,  Liechtenstein ­
  und  Hohen-Trunss.

*)  So  —  vom  mhd.  lieht  Licht  —  wird  dieser  Name  richtiger  geschrieben.
Die  Behauptung,  die  Fürsten  von  Liechtenstein  haben  diese  Burg
als  ihren  Stammsitz  anerkannt,  gehört  unter  die  Fabeln.
Ä )  Grottenstein,  auch  Krottenstein,  führt  von  der  Felsgrotte,  in  der
ein  Heihvasser  entspringen  soll,  seinen  Namen.
- )  Aus  dem  mundartlichen  Beat  Antöni  zusammengeschrumpft.
            
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