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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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kurzweg  von  seiner  Herkunft  sagt:  „Petrus  asuafatria  Bohemus
  dicius,  describitur  mitis,  Immilis,  candidus”,  so  wollen ­
  wir  Näheres  über  seine  Abkunft  und  spätem  Schicksale,  nachdem ­
  er  vom  Stuhle  des  h.  Lucius  abgetreten  war,  den  Freunden
rhätischer  Geschichte  mittheilen.
Peter,  den  Einige  Petrus  a  Brun  na  nennen,  hiess  mit
seinem  Familiennamen  Gelito  und  erblickte  im  Dorfe  Nieder-Johnsdorf
  hei  Landskron  *)  im  J.  1330  das  Licht  der  Welt.
Sein  Vater  „Gelito”  (d.  li.  Wurst)  soll  daselbst  einen  Bauerngrund ­
  besessen  haben,  wenigstens  heisst  jetzt  noch  eine  dortige
Wirthschaft  der  Gelitnj  Grund.  Peter  begann  seine  Studien
in  seinem  Vaterlande  ,  setzte  sie  aber  in  Bologna,  Perugia  und
Rom  mit  so  glänzendem  Erfolge  fort,  dass  er  von  den  ausgezeichnetsten ­
  Doctoren  mit  dem  Doctorhute  geziert  wurde.  Er  widmete
sich  der  practisclien  Rechtsgelehrsamkeit  (doctrinae  suae  vim
ac  pracstantiam  ad  usurn  forensem  t  ranstulit)  und  gewann
die  Gunst  des  Papstes  Innocenz  VI.,  der  ihn,  den  Ausländer  aus
dem  fernen  Norden  ,  wegen  seiner  Kenntnisse  und  seines  Charakters ­
  ,  seinen  Rechtsgelehrten  adjungirte,  um  in  Rom  Recht  zu
sprechen.
Nach  zwei  oder  drei  Jahren  wurde  er  im  J.  1355  zum  Bischöfe ­
  von  Chur  befördert,  wo  er  mit  ungeteiltem  Lohe  bis
1368  der  ihm  anvertrauten  Heerde  Vorstand.  Was  er  für  dieses
Hochstift  gethan,  erzählt  Eichhorn  am  angeführten  Orte.  Der
geschäftskundige  Bischof  war  in  vertrauterem  Verhältnisse  mit
Herzog  Rudolf  IV.  von  Oesterreich  und  häufig  in  seinem  Gefolge,
ja  auch  in  Wien,  wie  auch  am  kaiserlichen  Hoflager  zu  Frankfurt
und  Prag.  Zu  Brünn  verlieh  er  dem  Herzog  Rudolf  alle  Churischen
  Lehen  in  Tirol,  welchen  Act  er  nach  des  Herzogs  Tode
(f  27.  Juli  1365)  für  dessen  Brüder  Albrecht  III.  und  Leopold  III.
am  8.  December  1366  zu  Nürnberg  wiederholte 3 ).  Auch  verlieh
er  den  letztgenannten  Herzogen  das  Erbse  henkenamt  des
Hochstiftes.

*)  Drei  Meilen  von  Leilomysl  im  ehemaligen  Chrudimer  Kreise  in  Böhmen. ­
  Vgl.  Sommer'!  Chrudimer  Kreis.  Prag  1837,  S.  152.
2 )  Rudolf  Kink’s  Akad.  Vorlesungen  über  die  Geschichte  Tirol’s.  Innsbruck ­
  1850,  S.  5i3.
            
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