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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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sich  dem  Gedächtnisse  leichter  einprägen,  weil  er  sich  bei  gewissen
regelmässig  wiederkehrenden  Gelegenheiten,  namentlich  bei  religiösen ­
  Ceremonien,  genau  derselben  Darstellung  bedienen  will.
Dies  ist  der  Ursprung  der  epischen  Hymne,  aus  welcher  das  historische ­
  Epos  erwächst.  Für  die  Darstellung  der  Gefühle  der  Dankbarkeit, ­
  der  Verehrung,  der  Furcht,  der  Hoffnung  bei  ähnlichen  Gelegenheiten ­
  findet  sich  daungleichermassen  eine  angemessene  Form.
Zur  Unterstützung  des  Vortrages  dieser  Lieder  finden  wir  den
Tanz  und  den  Gesang  schon  in  den  Urwäldern  Amerikas  und  an  den
sterilen  Küsten  Australiens.  Die  Klapper,  die  Trommel,  die  Pfeife,
das  sind  die  frühesten  Unterstützer  der  menschlichen  Stimme.  Das.
Bestreben,  diese  Töne  mannigfaltiger  zu  machen,  zu  verstärken,
zu  mildern,  führt  zur  Hervorbringung  anderweiter  Instrumente,
der  Cither,  Fiedel.  Die  Natur  bietet  in  den  Röhren  und  Halmen,
den  Thierhörnern  und  Muscheln  neue  Formen  und  Stoffe  dazu  dar,
und  die  weitere  Erforschung  der  Natur  der  Töne  führt  endlich  zur
ausgebildeten  Musik,  die  immer  dem  Culturzustande  des  Volkes
angemessen  ist,  bei  welchem  wir  sie  antreffen,  und  oft  selbstständig
auftritt.
Die  Darstellung  von  Ereignissen  mit  Hilfe  von  Tanz  und  Musik
ruft  schon  bei  den  Jägerstämmen  Amerikas  das  Drama  ins  Leben,
das  sich  je  nach  seinem  Stoff  und  Inhalt  wiederum  mannigfaltig  gliedert, ­
  und  auf  den  hohem  Culturstufen  zu  einem  eigenenKunstzweige
sich  ausbildet  und  die  Nebenzweige  von  Ballet  und  Oper  treibt.
Auf  der  andern  Seite  aber  zieht  sich  auch  die  Poesie  von  der
Musik  zurück  und  strebt  nach  Selbstständigkeit  und  Freiheit.  Sie
versucht  eigenthümliche  Gestalten  zu  erschaffen,  oder  die  vorhandenen ­
  in  anderm  Lichte  darzustellen.  Ja  sie  wendet  sich  auch
der  blossen  Betrachtung  zu,  der  Mittheilung  von  Ansichten  unplastischer ­
  Dinge,  zu  deren  Darstellung  sie  die  Vergleiche  aus  dem
Vorhandenen  nimmt,  und  wird  so  zur  Symbolik  und  durch  diese
zur  Mystik,  vornehmlich,  wenn  sie  sich  der  Veranschaulichung  des
Uebersinnlichen  undTranscendentalen  überlässt.  Endlich  kommt  die
Poesie  auf  Belehrung,  auf  Darstellung  von  Geschäften,  von  Kenntnissen ­
  und  Erfahrungen.  Später  nehmen  Witz,  Schadenfreude,
Necklust  die  poetische  Form  in  ihren  Dienst.
Ebenfalls  bereits  auf  den  niedersten  Culturstufen,  in  den  Urwäldern ­
  ,  wie  an  den  wüsten  Seeküsten,  finden  wir  das  Bestreben,
            
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