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sich dem Gedächtnisse leichter einprägen, weil er sich bei gewissen
regelmässig wiederkehrenden Gelegenheiten, namentlich bei religiösen
Ceremonien, genau derselben Darstellung bedienen will.
Dies ist der Ursprung der epischen Hymne, aus welcher das historische
Epos erwächst. Für die Darstellung der Gefühle der Dankbarkeit,
der Verehrung, der Furcht, der Hoffnung bei ähnlichen Gelegenheiten
findet sich daungleichermassen eine angemessene Form.
Zur Unterstützung des Vortrages dieser Lieder finden wir den
Tanz und den Gesang schon in den Urwäldern Amerikas und an den
sterilen Küsten Australiens. Die Klapper, die Trommel, die Pfeife,
das sind die frühesten Unterstützer der menschlichen Stimme. Das.
Bestreben, diese Töne mannigfaltiger zu machen, zu verstärken,
zu mildern, führt zur Hervorbringung anderweiter Instrumente,
der Cither, Fiedel. Die Natur bietet in den Röhren und Halmen,
den Thierhörnern und Muscheln neue Formen und Stoffe dazu dar,
und die weitere Erforschung der Natur der Töne führt endlich zur
ausgebildeten Musik, die immer dem Culturzustande des Volkes
angemessen ist, bei welchem wir sie antreffen, und oft selbstständig
auftritt.
Die Darstellung von Ereignissen mit Hilfe von Tanz und Musik
ruft schon bei den Jägerstämmen Amerikas das Drama ins Leben,
das sich je nach seinem Stoff und Inhalt wiederum mannigfaltig gliedert,
und auf den hohem Culturstufen zu einem eigenenKunstzweige
sich ausbildet und die Nebenzweige von Ballet und Oper treibt.
Auf der andern Seite aber zieht sich auch die Poesie von der
Musik zurück und strebt nach Selbstständigkeit und Freiheit. Sie
versucht eigenthümliche Gestalten zu erschaffen, oder die vorhandenen
in anderm Lichte darzustellen. Ja sie wendet sich auch
der blossen Betrachtung zu, der Mittheilung von Ansichten unplastischer
Dinge, zu deren Darstellung sie die Vergleiche aus dem
Vorhandenen nimmt, und wird so zur Symbolik und durch diese
zur Mystik, vornehmlich, wenn sie sich der Veranschaulichung des
Uebersinnlichen undTranscendentalen überlässt. Endlich kommt die
Poesie auf Belehrung, auf Darstellung von Geschäften, von Kenntnissen
und Erfahrungen. Später nehmen Witz, Schadenfreude,
Necklust die poetische Form in ihren Dienst.
Ebenfalls bereits auf den niedersten Culturstufen, in den Urwäldern
, wie an den wüsten Seeküsten, finden wir das Bestreben,