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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Gruppen  herbei,  aus  welcher  sich  allgemach  zwei  grössere  Gruppen
entwickeln,  deren  Gegenstand  der  Mensch,  dann  die  denselben
umgebende  Natur  ist.  Die  den  Menschen  betreffende  Erfahrung
bringt'zunächst  die  Anfänge  derHeilkunde,  dann  die  der  Geschichte,
welche  die  Genealogie,  die  Kunde  von  den  Geschichten  und  Einrichtungen ­
  der  Nachbarn,  die  Kunde  der  Verträge,  so  wie  die
Beschaffenheit  ihrer  Gegend  in  sich  fasst.  Die  Erfahrung  in  Betreff
der  Natur  bringt  die  Anfänge  der  Kenntniss  der  Gestirne,  der  regelmässigen ­
  atmosphärischen  Erscheinungen,  der  Naturproducte  und
der  Naturkräfte.
Aus  diesen  Elementen  entwickeln  sich  nun  alle  übrigen  Wissenschaften, ­
  welche  auf  der  Erfahrung  beruhen.  Der  Mensch  findet ­
  aber  bei  der  Betrachtung  der  gegebenen  Gegenstände,  indem
er  ihren  Zusammenhang  zu  erforschen  sucht,  so  Manches,  was
ihm  unzugänglich  bleibt.  Es  fehlen  ihm  Mittelglieder  ,  deren
Ergänzung  seine  Phantasie  gern  übernimmt,  wenn  sein  Schlussvermögen ­
  ihm  Hilfe  versagt  Die  meisten  Schwierigkeiten  aber  macht
ihm  der  Anfang  der  Dinge  und  das  Ende  derselben,  wo  dasselbe
seiner  Erfahrung  nicht  zugänglich  ist.  Hier  führt  nun  das  Gemüth
seinem  Verstände  einen  anderen  Bundesgenossen,  die  Hoffnung  zu,
die  gar  bald  zum  Glauben  erstarkt,  wenn  Liebe  oder  Abneigung
ins  Spiel  kommen.  Es  kommt  dann  der  Mensch  gar  häufig  in  den
Fall,  dass  er  die  ganze  Erfahrung,  namentlich  wenn  sie  seinen
schönsten  Hoffnungen  widerspricht,  zur  Seite  wirft  und  sich  nun
aus  eigener  Kraft  eine  Anschauung  bereitet.  Die  Beispiele  dieses
Satzes  finden  wir  in  den  Geschichten  aller  Nationen,  aller  Zonen
in  reicher  Fülle  niedergelegt  und  die  Geschichte  der  Philosophie
von  Thaies  bis  Hegel  zeigt  uns  einen  fortlaufenden  Kampf  des
menschlichen  Geistes  gegen  die  Erfahrung.
Dieser  Kampf  fand  nun  theils  Förderung,  theils  Hemmniss  von
Seiten  des  Staates  und  seiner  politischen  und  religiösen  Institutionen. ­
  Die  Parteien  aller  Farben  nahmen  daran  Anlheil.  Sie  alle
aber  trugen  dazu  bei,  die  Masse  der  Erfahrung  nur  zu  mehren,
ihre  Gliederung  zu  fördern  und  die  Menschen  ihren  Lehren  geneigter ­
  zu  machen.
Die  Darstellung  der  Erfahrung  führt  den  Menschen  zur  Kunst.
Um  die  Darstellung  einer  Erfahrung  in  Worten  haltbarer  zu  machen,
fasst  er  sie  in  gebundene  Bede,  in  einen  Rhythmus,  in  Lieder,  die
            
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