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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Verhältnisse  in  der  Familie  und  in  ihrer  Erweiterung  zum  Staate
dar.  Der  letzte  Abschnitt  derselben  aber  hat  die  Betrachtung  der
Ergebnisse  menschlicher  Erforschung  und  Erfahrung,  so  wie  die
geistigen  Schöpfungen  des  Menschen  in  der  Wissenschäft  und
Kunst  zu  entwickeln.
Der  Mensch  hat  die  Kraft,  seine  Erfahrung  festzuhalten  und
Andern  mitzutheilen,  in  weit  vollkommenerem  Grade  als  alle  anderen ­
  Geschöpfe.  Die  articulirte  Sprache,  die  ihn  wie  das  Feuer
auf  allen  Culturstufen  begleitet,  ist  das  erste  Mittel;  die  Handhabung ­
  willkürlicher  Zeichen  zur  Mittheilung  für  räumlich  oder  zeitlich ­
  Entfernte  ist  das  zweite.  Wir  finden  dasselbe  in  den  Knotenriemen, ­
  Wampums,  Felsinschriften  der  Jäger-  und  Fischerstämme,
in  den  Bilderschriften  der  wandernden  Hirten,  und  sehen,  wie  es
zur  Hieroglyphen-  und  Silber-  und  Buchstabenschrift  sich  weiter
ausbildet,  und  zuletzt  als  Ideographie  und  Lautschrift  erscheint.
Der  Mensch  hat  demnächst  das  Bestreben,  die  von  ihm  errungenen ­
  Erfahrungen  zu  einem  erfreulichen  und  nützlichen  Ganzen
zu  ordnen.  Die  ersten  Früchte  dieses  Bestrebens  sind  die  Gliederung
von  Zeit  und  Raum  in  Zahl,  Maass  und  Gewicht,  als  deren  Grundlage ­
  er  gewisse  regelmässig  wiederkehrende  Erscheinungen,  wie
die  fünf  Finger  der  menschlichen  Hand,  die  wiederkehrende  Erscheinung ­
  der  Himmelskörper,  die  Länge  seiner  Gliedmassen,  die
Entfernung  der  Stätten  seiner  Heimath,  die  Schwere  der  Naturproducte
  derselben  anwendet.
Zur  Untersuchung  der  Gegenstände  der  Erforschung,  um  die
Erfahrung  zu  mehren,  gehört  demnächst  die  Zerlegung  derselben
in  ihre  Bestandtheile  und  die  Betrachtung  derselben  im  Einzelnen,
um  ihren  Zusammenhang  desto  genauer  zu  ermitteln.  Dies  geschieht ­
  durch  die  Sinne  und  die  Verschärfung  derselben  durch
künstliche  Hilfsmittel.  Für  diesen  Zweck  wurde  schon  früh  Feuer
und  Wasser,  Messer  und  Nadel,  später  das  Glas  und  der  Dampf
verwendet.
Die  menschliche  Erfahrung  liegt  in  der  Seele  des  Kindes,  wie
in  der  des  Waldindiers  und  Pescheräh  als  eine  ungegliederte  Masse.
Sie  concentrirt  sich  auf  den  niedern  Culturstufen  in  der  Sage
(s.  C.  G.  I.  2),  Erdkunde,  Himmelskunde,  Familiengeschichte,  das
Alles  ist  gemeinsamer  Gegenstand  der  Sage.  Der  anwachsende
Stoff  der  Erfahrung  führt  eine  Gliederung  desselben  in  gewisse
            
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