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radezu, das Geld bei den Unteilbaren einzulieben '). Die Directoren
mussten mehrmals malmen. Erst im October reisten zwei Räthe
nach Prag, übergaben den 3. November den Directoren die Summe.
Sie erhielten eine Quittung in böhmischer Sprache mit der beigefügten
Clausei, „dass ihnen die Contribution bei künftigen gemeinen
Landtagen zu keiner schuldigen Pflicht zugemessen werden
solle” 2 ).
Im April 1619 wurde durch Intervention Kursachsens ein Vermittlungstag
in Eger bestimmt 3 ). Noch ehe derselbe eintrat, starb
Kaiser Matthias am 20. März 1619.
König Ferdinand reiste, nachdem er von der Gefahr in
Wien befreit war, zur Kaiserwahl nach Frankfurt. Die böhmischen
Stände erklärten ihn aller Rechte der Krone verlustig und
wählten den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz zum Könige.
Der Kurfürst war durch die Oberpfalz Nachbar von Böhmen. In
Begleitung seiner Gemahlinn, seiner zwei Söhne und des Fürsten von
Anhalt kam er Anfangs October über Amberg nach Waldsassen,
einem Grenzort in der Oberpfalz, eine Meile von Eger. Er verweilte
drei Tage dort. Der Rath von Eger sandte eine Deputation
hinaus, welche die Glückwünsche der Stadt darbrachte. Die
Abgeordneten des vereinigten böhmischen Landtages waren am
18. October mit zahlreichem Gefolge 4 ) nach Eger gekommen.
*) 16. October 1618. Protokoll.
2 ) Unterschrieben sind: Wilhelm der alt. von Lobkowitz auf Bischofteinitz,
Tschetschowitz undMirschkau; — Joachim Andreas Schlickh von Holeitsch,
Graf von Passaun vnd Elbogen auf Swigan; — Prokop Dworschitzky von
Olbranowitz auf Wirschowitz vnd Kister; — Niclas Gerstdorf von Gerstdorff
vnd Walschwitz auf grossen Horka vndRokital, Hauptmann der Grafschaft
Glatz, der röm. k. k. Majestät Käthe; — Simon Suchizky vom alten
Sonnenstein vnd Heinrich Kosel von Pezlinoff, Bürger der neuen Stadt Prag,
bei der ersten Zusammenkunft auf dem Prager Schloss erwählte oberste
Steuereinnehmer des Königreichs Beheimb.
r ’) Pescheck I. V. Gegenreformation in B. I. 398.
*) Bohuslaw Benka mit 18 Pferden, Graf Joachim Schlick mit 14, Raupow mit
15, Graf Albin Schlick mit 20, Procop Dworzika mit 22, Fried. Bile mit 8,
Otto von Loos mit 10, Mühlhausen (der Generalproviantmeister) mit
Michalowitz mit 10, Orsinowsky, Pitetzky, liosien jeder mit 9, Hr. v. Lippa
mit 23, Tzeyka mit 9, Ulrich Schafgotsch mit 30, Rohr mit 9, Wirdt mit 4,
Ponikau, Hadamar mit 8, Kökritz mit 4 — im Ganzen 237 Pferde. Proeckl’s
handschriftl. Chronik.