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furcht in einem mehr oder minder abhängigen Verhältnisse zu dem
Vater, der ihnen fortwährend mit seinem Rathe beisteht und die
etwa unter ihnen stattfindenden Misshelligkeiten mit Hülfe seiner
grösseren Erfahrung beizulegen bemüht ist. Zu ihm wenden sich
dann aber auch die Enkel, die Gefühle der Dankbarkeit und Verehrung,
die in ihnen schon durch das Beispiel ihrer Eltern rege
gehalten werden, wenden sich denn auch im grösserem Masse dem
Grossvater, dem Aeltesten der gesammten zusammengehörigen
Familie, zu. Stirbt aber endlich der erste Ahnherr des ganzen
Geschlechtes, so wird der Ort, wo er bestattet worden, für Alle
eine geheiligte Stätte abgeben. An seine Stelle aber tritt der
älteste der überlebenden Söhne. In dem Falle nun, dass diesem
die nöthigen Eigenschaften und das Vertrauen der übrigen abgehen,
wird von den sämmtlichen Familienvätern durch Verständigung
ein neues Geschlechtsoberhaupt gewählt, dem in zweifelhaften
Fällen die Entscheidung übertragen wird.
Je grösser nun das Geschlecht wird, desto weniger nahe
stehen sich die zuletzt gebornen Sprossen desselben, desto eher
entstehen Streitigkeiten unter denselben, welche gemeiniglich das
Eigenthum betreffen. Denn nächst der Ehe ist der ßesitz von
Eigenthum an Geräthen, Werkzeugen, Gefässen, Thieren,
Fahrzeugen, Frauen, eine der ersten Früchte der Cultur. Der
Buschmann und der Californier fliehen den Besitz von Eigenthum,
und ausser ihren Waffen , einem Messer, Bogen und dem Köcher
mit den Pfeilen haben sie nichts.
AVir finden auf den Anfängen der Cultur zwischen Mann und
Frau bereits in sofern gesondertes Eigenthum, als der Mann seine
Waffen, die Frau ihre Geräthe und Werkzeuge, als jedem ganz
besonders notlnvendig und ihm eigenthümlich ansehen. Wenn die
Botocudinn in des Mannes Abwesenheit etwa die übrigen daheimgelassenen
Pfeilvorräthe den Kindern zum Spielen übergibt und
sie von diesen beschädigt oder unbrauchbar gemacht werden, so
entsteht nach der Rückkehr des Mannes ein Streit, der mit Bestrafung
der Mutter endigt. Dagegen betrachten die Botocuden,
Camacans, Australier die Schlafstätte, die Hütte, die Kinder, die
Nahrungsmittel als gemeinsames Eigenthum beider Ehegatten.
Die erwachsenden Kinder streben auch gar bald nach Erwerbung
von Eigenthum und werden darin von den Eltern unterstützt. Ein