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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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furcht  in  einem  mehr  oder  minder  abhängigen  Verhältnisse  zu  dem
Vater,  der  ihnen  fortwährend  mit  seinem  Rathe  beisteht  und  die
etwa  unter  ihnen  stattfindenden  Misshelligkeiten  mit  Hülfe  seiner
grösseren  Erfahrung  beizulegen  bemüht  ist.  Zu  ihm  wenden  sich
dann  aber  auch  die  Enkel,  die  Gefühle  der  Dankbarkeit  und  Verehrung, ­
  die  in  ihnen  schon  durch  das  Beispiel  ihrer  Eltern  rege
gehalten  werden,  wenden  sich  denn  auch  im  grösserem  Masse  dem
Grossvater,  dem  Aeltesten  der  gesammten  zusammengehörigen
Familie,  zu.  Stirbt  aber  endlich  der  erste  Ahnherr  des  ganzen
Geschlechtes,  so  wird  der  Ort,  wo  er  bestattet  worden,  für  Alle
eine  geheiligte  Stätte  abgeben.  An  seine  Stelle  aber  tritt  der
älteste  der  überlebenden  Söhne.  In  dem  Falle  nun,  dass  diesem
die  nöthigen  Eigenschaften  und  das  Vertrauen  der  übrigen  abgehen,
wird  von  den  sämmtlichen  Familienvätern  durch  Verständigung
ein  neues  Geschlechtsoberhaupt  gewählt,  dem  in  zweifelhaften
Fällen  die  Entscheidung  übertragen  wird.
Je  grösser  nun  das  Geschlecht  wird,  desto  weniger  nahe
stehen  sich  die  zuletzt  gebornen  Sprossen  desselben,  desto  eher
entstehen  Streitigkeiten  unter  denselben,  welche  gemeiniglich  das
Eigenthum  betreffen.  Denn  nächst  der  Ehe  ist  der  ßesitz  von
Eigenthum  an  Geräthen,  Werkzeugen,  Gefässen,  Thieren,
Fahrzeugen,  Frauen,  eine  der  ersten  Früchte  der  Cultur.  Der
Buschmann  und  der  Californier  fliehen  den  Besitz  von  Eigenthum,
und  ausser  ihren  Waffen  ,  einem  Messer,  Bogen  und  dem  Köcher
mit  den  Pfeilen  haben  sie  nichts.
AVir  finden  auf  den  Anfängen  der  Cultur  zwischen  Mann  und
Frau  bereits  in  sofern  gesondertes  Eigenthum,  als  der  Mann  seine
Waffen,  die  Frau  ihre  Geräthe  und  Werkzeuge,  als  jedem  ganz
besonders  notlnvendig  und  ihm  eigenthümlich  ansehen.  Wenn  die
Botocudinn  in  des  Mannes  Abwesenheit  etwa  die  übrigen  daheimgelassenen ­
  Pfeilvorräthe  den  Kindern  zum  Spielen  übergibt  und
sie  von  diesen  beschädigt  oder  unbrauchbar  gemacht  werden,  so
entsteht  nach  der  Rückkehr  des  Mannes  ein  Streit,  der  mit  Bestrafung ­
  der  Mutter  endigt.  Dagegen  betrachten  die  Botocuden,
Camacans,  Australier  die  Schlafstätte,  die  Hütte,  die  Kinder,  die
Nahrungsmittel  als  gemeinsames  Eigenthum  beider  Ehegatten.
Die  erwachsenden  Kinder  streben  auch  gar  bald  nach  Erwerbung
von  Eigenthum  und  werden  darin  von  den  Eltern  unterstützt.  Ein
            
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