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betrieben werden, dem Feuer wird fortan ein grösserer Raum gestattet.
Die Werkzeuge werden kräftiger, wirksamer, schärfer;
manche Werkzeuge und Geräthe gewinnen eine andere Besimmung,
der Schlauch wird zum Blasebalg, die Nadel zum Bohrer, aus dem
Messer wird Sichel und Sense, aus der Axt der Hammer, die
Spitzhaue und die Gabel; der Mensch wird in den Stand gesetzt,
an die Stelle der Schleife Räder zu bringen, das Rad entwickelt
neue Ideen für Hebung des Wassers, und so entsteht aus dem Rade
die Mühle, und es entspringen daraus die Maschinen für die mannigfaltigsten
Zwecke.
Nahrung, Kleidung, Schmuck, Wohnstätte, Fahrzeuge, Gefässe
und Werkzeuge, das sind die sachlichen Grundlagen des gesammten
menschlichen Lebens, und die Betrachtung ihrer Entstehung
und Entwickelung, das würde der erste Abschnitt der Aufgabe
sein, welche die Culturwissenschaft zu lösen hat.
Der zweite Abschnitt dagegen würde sich mit den Zuständen
zu beschäftigen haben, welche aus dem wechselseitigenVerkehr
der Menschen hervorgehen. Zu einem vollständigen menschlichen
Individuum gehört ein Mann und eine Frau, zwei ein Ganzes
bildende Hälften.
Aus der fortgesetzten Gemeinschaft von Mann und Frau erwachsen
Kinder, die mit den Eltern zusammen die Familie bilden,
aus welcher sich die Geschlechter, Stämme und Völkerschaften
entwickeln, aus denen endlich die Reiche und Staaten erstehen,
wenn die active Race als männliche Hälfte der Menschheit in Gemeinschaft
mit der passiven oder der weiblichen Hälfte derselben
zusammentrifft. Es ist zwischen beiden Hälften von der Vorsehung
namentlich ein Quantum von geistiger Kraft dergestalt verlheilt worden,
dass die Willenskraft, der thätige Muth, die Rücksichtslosigkeit
gegen Gefahren, Kühnheit, Forschungstrieb der männlichen cigcnthümlich
sind, es entspricht diese geistige Organisation der körperlichen
an stärkeren und kantigeren Knochen und Muskeln, der
durchschnittlich grösseren Gestalt. Dem weiblichen Geschlecht
theilte die Vorsehung dagegen grössere Fülle des Gemüthes zu, und
ihm sind die Gefühle der Scham , des Mitleidcns, der Liebe vorzugsweise
cigenthümlich. Mann und Frau ergänzeu sich auch in dieser
Beziehung gegenseitig der übrigen menschlichen Gesellschaft
gegenüber, wo sie als Ehepaar, als moralische Person erscheinen.