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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 7. Band, (Jahrgang 1851)

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Jagd  und  Fischfang  ist  die  früheste  Beschäftigung  des  Menschen, ­
  die  ihn  zur  Herstellung  vieler  Werkzeuge  veranlasst,  die
er  auf  den  Wanderungen,  welche  das  Jägerleben  nothwendig  macht,
mit  sich  führt.
Zur  Fortschaffung  der  Habseligkeiten  bediente  sich  der
Mensch  gar  bald  der  Thiere  und  zwar  derjenigen,  welche  die  Natur
an  seine  Person  gebannt  hat,  wie  das  Rennthier  und  den  Hund  in
der  Polarzone  ,  das  Rind  ,  das  Pferd  in  der  gemässigten,  und  das
Kamel,  Dromedar  in  der  heissen.  Der  Mensch  ladet  theils  seine
Habseligkeiten  unmittelbar  auf  diese  Thiere,  theils  befestigt  er
Schlitten  und  Schleifen  an  dieselben,  auf  denen  sie  sein  Gepäck
fortschaffen  müssen.  Er  vertraut  ihnen  aber  auch  gar  bald  seine
Person  selbst  an  und  reitet  auf  denselben.
Bei  weitem  früher  als  Landfahrzeuge  sind  die  Wasserfahrzeuge. ­
  Die  Bewohner  der  Urwälder,  die  Pescheräh,  Australier ­
  und  andere  auf  den  Anfängen  der  Cultur  befindlichen  Stämme,
benutzen  das  fliessende  Wasser  nicht  bloss  als  Wegweiser,  sondern
auch  als  tragenden  Gefährten  und  Gehülfen,  um  sich  selbst  und  ihre
Habe  fortzuschaffen.  Wir  finden  auf  diesen  sehr  niedernCulturstufcn
mühsam  aus  kleinen  Holzstücken  zusammengenähete  Fahrzeuge,  so
wie  grosse  Baumstämme,  die  mit  Nachhülfe  von  Feuer,  mit  Steinklingen ­
  und  Muschelschalen  ausgehöhlt  sind.  Es  fehlen  die  Anfänge
von  Ruder  und  Segel  auch  auf  diesen  Stufen  durchaus  nicht.
Gemehrter  Viehstand  bringt  den  Menschen  zu  dem  Hirtenleben, ­
  das  zur  Herstellung  anderweiter  Werkzeuge,  Gerätschaften ­
  und  Gefässe  vielfachen  Anlass  gibt.  Namentlich  wird  durch
das  Hirtenleben  die  Wohnstätte  bei  weitem  reicher  ausgestattet
und  zur  Schonung  der  Heerde  zu  der  Fleischnahrung  andere  gefügt,
die  auf  die  weitere  Ausbildung  der  Gefässe  rückwirkt.  Die  Gefässe
des  Jägers  bestehen  meist  in  Taschen  und  Beuteln,  die  der  Hirten
sind  umfangreicher  und  fester,  zumal,  wenn  die  Milch  —  wie  bei
Kaffem,  Betjuanen,  Mongolen  und  Tartaren  —  den  wesentlichsten
Bestandteil  der  Nahrung  bildet.
Die  wesentlichste  Förderung  im  Fortschritte  der  Cultur  gewährt
  jedoch  demMenschen  der  Ackerbau.  Der  Jäger  durchstreift
Wald,  Flur  und  Küste,  und  richtet  seinen  Blick  in  die  Höhe,  in
die  Weite.  Der  Hirt  folgt  ruhig  seiner  Heerde  und  hat  schon  mehr
Veranlassung  den  Boden,  der  seinen  Thieren  die  Nahrung  bringt,
            
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